BeGEISTert Gemeinde bauen

REPORT: 119. BFP-Bundeskonferenz vom 22. bis 25.9 2014

Näxt“ Leiterschaftskonferenz

Auf meine Frage, ob er allein aus seiner Gemeinde auf der „BuKo“ sei, antwortet mir ein Mann: „Wir sind hier mit dem überwiegenden Teil der Gemeinde-Verantwortlichen.“ Das entspricht der Zielgruppe der 119. Bundeskonferenz im September 2014: BFP-Präses und -Vorstand haben zu einer Konferenz mit dem Untertitel „Leiterschaftskonferenz“ eingeladen. „Als BFP wollen wir weiter, es geht um den ‚näxten’ Schritt,“ erklärt BFP-Vizepräses Frank Uphoff dann auch am Eröffnungsabend der Konferenz und gibt mit diesem englisch-deutsch gemixten Begriff „näxt“ („nächste/r“) die Richtung vor: Der Bund als Ganzer und seine zur Zeit 1180 persönlichen Mitglieder mit den dazugehörigen beinahe 50.000 Gemeindemitgliedern und deren Leiterinnen und Leiter wollen die nächsten Schritte tun, um Gottes Reich zu bauen.

Heilender Umgang

Die Botschaft des Eröffnungsabends kommt von Präses Johannes Justus: „Deine Gemeinde kann ein Ort der Heilung werden,“ ermutigt er die Anwesenden, die alle in einem mehr oder weniger herausfordernden Beziehungsgeflecht einer Gemeinde stehen. Das kennt jeder: Wenn man gemeinsam im Auftrag Gottes unterwegs ist, wird man einander unweigerlich verletzen. „Menschen werden Heilung von ihren Verletzungen erfahren, wenn du an sie glaubst und versuchst, sie mit Gottes Augen zu sehen“.

Am Schluss seiner Ausführungen bittet Johannes Menschen nach vorn, die ihre „geistlichen Flügel" aufgrund von Verletzungen nicht mehr heben können. Eine ganze Reihe der anwesenden Leiterinnen und Leiter kommt, um für sich beten zu lassen.

Vor der Predigt des Präses gibt Pastor Lothar Krauss Impulse des BFP-Vorstands zum Thema „Leiterentwicklung" im BFP weiter. Der BFP hat sich vorgenommen, stärker in Leiterentwicklung zu investieren und dafür eine Strategiegruppe ins Leben gerufen, die Lothar seit kurzem leitet.

„Wie im Himmel, so auf Erden...“

Gastsprecher Russell Evans aus Australien führt in einer seiner vier Predigten diese Bitte aus dem Vaterunser als Ausrichtung für Gemeindebau an. 1967 in Papua Neuguinea geboren, ist er Pastor und Prediger in der dritten Generation. Und so erklärt er deutlich: „Du wärst nicht hier, wenn andere nicht schon vor dir dabei gewesen wären. Jede Generation steht auf den Schultern der vorangegangenen.“ Sein Vater Andrew war Leiter der australischen Pfingstbewegung und weltweit in Gemeindegründung tätig. Russell gründete und leitet seit zehn Jahren die „Planetshakers“-Gemeinde in Melbourne, die außergewöhnliches Wachstum erlebt und weltweit die Lobpreisszene und viele Gemeinden prägt. 

„Unsere Gemeinden sollen das wiederspiegeln, was im Himmel stattfindet: Friede, Freude, Gottes Gegenwart, Lobpreis, Anbetung und vieles mehr, was dort wertgeachtet wird.“ Immer wieder legt er den BFP-Geschwistern in Leitungsverantwortung ans Herz, persönlich und gemeinsam Gottes Gegenwart viel Raum zu geben.

Liebe zum Reich Gottes und zur Gemeinde, das ist Russell Evans abzuspüren. Er betet für Menschen, die sich eine stärkere Last für Verlorene aufs Herz legen lassen wollen und um Befreiung von Einschüchterung und Furcht. „Hände weg vom Lenkrad, lasst den Heiligen Geist ran, damit er euch führen kann,“ appelliert er und betet für Menschen, deren Träume durch die Realität verflogen sind, die ihre anfängliche Vision aufgegeben haben.

Aspekte von Gemeindebau

Im Programm der Bundeskonferenz sind weitere Aspekte vorgesehen zum Konferenzthema „BeGEISTert GEMEINDE BAUEN.“ „Kleingruppen sind nicht nur irgendein Arbeitsbereich in der Gemeinde, sie sind das Rückgrat", resümiert Pastorin Petra Alvarez Muñoz aus der „Christus Gemeinde“ Wuppertal in ihrem Referat zu diesem Thema: „Sie sind es, die der Gemeinde Struktur und Stabilität geben."

Pastor Mario Wahnschaffe vom „Centrum Lebendiges Wort“ in Bonn/Bad Godesberg mit mindestens 55 identifizierten Nationalitäten brennt für internationale Gemeinden und möchte seine Kollegen dafür begeistern. Leidenschaftlich berichtet er von Bekehrungen und Taufen von Menschen aus vielen verschiedenen Nationen, insbesondere auch solchen mit muslimischem Hintergrund.

In einer Doppelpredigt thematisieren die beiden BFP-Vorstandsmitglieder Daniel Dallmann (Freie Christengemeinde Lörrach) und Andreas Sommer (Freie Christengemeinde Bremen), die jeweils größere Gemeinden leiten, die Herausforderungen von persönlichem, geistlichen Wachstum – im Zusammenhang mit ihrer Leitung und der ihnen anvertrauten Gemeindemitglieder. Das geschieht durchaus kontrovers. Pastor Dallmann appelliert an die Leiter, ihre Berufung zu leben, auch wenn diese auf den Prüfstand komme. Er wird ergänzt von Pastor Sommer, der betont, dass alles mit der Frage der Leitung einer Gemeinde stehe und falle.

Facetten des BFP

Der BFP lebt nicht nur von dem, was es an Gemeindeleben vor Ort gibt. Das ist sehr unterschiedlich, reicht das Spektrum doch von Gemeinden in ländlicher Umgebung mit einer einzigen Freikirche vor Ort bis hin zu solchen in Großstädten, in der es viele andere Freikirchen gibt; von kleinen Gemeinden (die BFP-Gemeinde hat durchschnittlich 63 Mitglieder) bis hin zu ein paar wenigen mit über 500 Mitgliedern. Von den 785 Gemeinden des BFP sind 292 anderer Sprache und Herkunft und von diesen sind 190 afrikanische Gemeinden. Verbindend sind da die Werke des BFP, die sich in der Ausstellungshalle präsentierten und auch während der Gottesdienste und bei der Geschäftssitzung der Konferenz zu Wort kommen.

Besonderen Applaus erhält der Bericht über das weltweit einmalige Bundescamp der Royal Rangers von diesem August in Neufrankenroda mit 15.000 Teilnehmern. Und besondere Anteilnahme bekommt das BFP-Werk AVC, das sich seit Jahrzehnten weltweit um Verfolgte, Notleidende und um Gemeindegründungen in schwierigem Umfeld kümmert. Natürlich steht die schreckliche Situation im Mittleren Osten im Fokus von gemeinsamem Gebet, ein AVC-Vertreter gibt eine aufwühlende Situationsschilderung, die er gerade in Augenschein genommen hat.

Eine erst fünf Jahre alte Facette hat Esther Dymel-Sohl in den BFP gebracht. Jedes Jahr präsentieren christliche Künstler, insbesondere aus dem BFP, einige ihrer Werke im Rahmen einer Kunstausstellung. „Ein-Blick“ ist das Motto der diesjährigen Ausstellung, die nach dem ersten Abend der BuKo festlich eröffnet wird. 

Talkrunde

Einen genialen Gedanken hatte das Vorbereitungsteam der Konferenz, am Abschlusstag eine Talkrunde ins Programm einzubauen. Mit persönlichen Rückmeldungen von der Leiterschaftskonferenz und mit Schilderungen ihrer jeweiligen gemeindlichen Situation, in der sie „begeistert Gemeinde bauen“: In der Runde sitzt einer der Pastoren einer Großstadtgemeinde, die in einem stark entkirchlichten Umfeld arbeitet; eine Pastorin in ländlicher Gemeindesituation, die mit einem sich abgrenzenden kirchlichen Umfeld zu tun hat; ein Gemeindegründer aus dem Ruhrgebiet, der den unterschiedlichen kulturellen Voraussetzungen der Gläubigen gerecht werden möchte; der Pastor einer Gemeinde mit Gottesdienstbesuchern, die alle unter 40 sind und in der es keine Kanzel gibt; ein Pastor, der im Laufe seines Dienstes immer wieder Gemeinden übernimmt, die in einer Krise stecken. Konferenzbesucher bringen weitere Aspekte zum Thema „Gemeindebau“ ein, indem sie sich für ihr Statement kurz in die Runde setzen.

Gottes Gegenwart Raum geben

Etwas weiteres Geniales der Konferenz ist, dass dem Lob Gottes mit Musik immer viel Raum gegeben wird. Die Resonanz bei den Konferenzteilnehmern ist ausgelassenes Jubeln und ehrfürchtiges Singen in Gottes Gegenwart. Es wird angeleitet von der „Outbreakband“ des befreundeten Werkes „Glaubenszentrum Bad Gandersheim“.

Darüber hinaus haben die Konferenzteilnehmer am Mittwochnachmittag zwei Stunden Gelegenheit, sich dem persönlichen Gebet, der Aussprache, seelsorgerlichem Gebet und prophetischer Fürbitte mit bereitstehenden Personen sowie der Feier des Abendmahls zu widmen.

von Hannelore Illgen

Die Bundeskonferenz ist Thema der November-Ausgabe 2014 von GEISTbewegt! mit weiteren Berichten.

 

 Weitere Informationen:

    • Eine Vorkonferenz zu den Themen „Unser Leiterbild – verankert in unserer Gesellschaft“ (veranstaltet vom Forum Theologie und Gemeinde des BFP) und „Senioren mit dem Evangelium erreichen“ (veranstaltet von der BFP-Initiative 55aufwärts) sowie sechs verschiedene Seminare ergänzten die Plenumsveranstaltungen.
    • Eine MP3-CD mit 15 Vorträgen (einschl. aller Seminare) der Bundeskonferenz kann für 15€ erworben werden bei Dietmar Knopf, Tel. 02053-923793, E-Mail d-knopf(at)t-online.de
    • DVDs können erworben werden über www.medienshop.bbrc.de zum Preis von 39€, mit Vorkonferenz 55€

Fotos: © BFP 2014 – Mike Dietz (1), Daniel Illgen (3), Norbert Lorenz (1)

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