„Die Zukunft des Landes mitgestalten“

Bundestagswahl: Wahlprüfsteine als Entscheidungshilfe

„Die Freiheit demokratischer Wahlen geht mit der Verantwortung einher, die Zukunft des eigenen Landes mitzugestalten.“ Mit diesen Worten hat der Präsident der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF), Christoph Stiba, die heutige Veröffentlichung der VEF-Wahlprüfsteine begründet. Die Vereinigung hatte einen ausführlichen Fragenkatalog an alle Parteien geschickt, die nach aktuellen Prognosen am 24. September in den Bundestag einziehen. „Die Antworten sollen eine Hilfestellung für die Wahlentscheidung sein“, so Stiba.

Die 35 Fragen befassen sich mit den Themenfeldern Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung, Migration, Ehe und Familie, Miteinander der Generationen sowie Kirche und Staat. „Wir haben bewusst nicht die Fragen gestellt, die von den Parteien selbst in den Mittelpunkt gestellt werden, sondern die uns als Christen besonders auf dem Herzen liegen“, so Friedrich Schneider vom Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, der den Katalog gemeinsam mit einem Arbeitskreis erstellt hat.

Seit den letzten Wahlprüfsteinen vor vier Jahren seien viele Fragen hinzugekommen, betonte der VEF-Beauftragte am Sitz der Bundesregierung, Peter Jörgensen. Bei diesen gehe es unter anderem um die von den Vereinten Nationen formulierten Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, kurz: SDGs), die für die VEF in ihrer politischen Arbeit im Fokus stünden: „Die Bekämpfung von Armut, Hunger und Ungleichheit, der Einsatz für Bildung, gerechte Arbeitsverhältnisse und einen nachhaltigen Umgang mit den uns anvertrauten Ressourcen – die Ziele der SDGs sind aus christlicher Perspektive wesentlich.“

Und so seien die Fragen an die Parteien zugleich eine Aussage: „Wir wollen zeigen, was für uns wichtig ist. Und wir wollen signalisieren, dass wir bereit sind, unsere Gesellschaft bei diesen Themen auch aktiv mitzugestalten.“ Als Beispiel nannte der VEF-Beauftragte das Thema Migration: „Wir stellen hierzu nicht nur Fragen in den Wahlprüfsteinen, sondern unsere Gemeinden leisten durch ihren Einsatz in der Flüchtlingskrise einen gesellschaftlichen Beitrag.“

Man veröffentliche die Antworten aus den Parteizentralen, so Christoph Stiba, gebe jedoch keine Wahlempfehlung: „Es gehört zu den freikirchlichen Grundsätzen, dass jeder und jede Einzelne in Verantwortung vor Gott und den Menschen mündige Entscheidungen trifft.“ Dies gelte auch für politische Wahlen. Eine Kommentierung der Antworten werde deshalb nicht erfolgen.

CDU/CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP, AFD und Die Linke haben auf die Anfrage der VEF geantwortet.

Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen wurde 1926 gegründet. Ihr gehören zwölf Mitglieds- und drei Gastkirchen an. Verschiedene Arbeitsgruppen der VEF befassen sich mit Themen wie Evangelisation und missionarischem Gemeindeaufbau, gesellschaftlicher Verantwortung, Rundfunkarbeit, Angeboten für Kinder und Jugendliche oder theologischer Aus- und Weiterbildung. Weitere Informationen: www.vef.de.

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