70 Jahre und kein bisschen leise – Volksmission Wälde feiert Jubiläum

„70 Jahre Volksmission Wälde“ steht in großen Lettern an der Wand des Gottesdienstraumes und begrüßt die vielen Besucher, die an diesem strahlenden März-Sonntag den Saal füllen, um den runden Geburtstag mitzufeiern. Außer den Gemeindegliedern sind es Menschen, die der Gemeinde nahestehen oder sie über eine längere oder kürzere Wegstrecke begleitet haben. Selbst Zeitzeugen der Entstehung sind noch dabei, so das Ehepaar Schaible als langjährige Gemeindeleiter und Ilse Diehl aus Esslingen. Sie erinnert sich in ihrem Grußwort an ihren Onkel Karl Keck und die Gebetszeit in Geisers Stube und dass sie sich zehn Jahre später bei einer Evangelisation in Wälde für Jesus entschied.

Die Zahl der Gratulanten zeigt sich noch vielfältiger. Ortsvorsteher Wößner lobt die positive Präsenz der Gemeinde im Ort und Vertreter der anderen Kirchen sprechen ebenfalls Grußworte als Zeichen der Verbundenheit. Festredner Bernhard Röckle, Vorsitzender der Volksmissionsgemeinden, gratuliert der Gemeinde und äußert Dank und Anerkennung für alles Durchhalten, besonders in schwierigen Zeiten. „Durch die Gebete der Vorväter hat Gott Gnade geschenkt!“

Anhand des Bibeltextes aus Lukas 5, 17 ff ermutigt er die Zuhörer, für andere Freund zu sein und sie trotz Mühe und Zeitaufwand, trotz Schwierigkeiten und Spott zu Jesus zu bringen, vorbei an allem, was uns aufhalten will. Dabei sollen und dürfen wir kreativ sein und notfalls ein Dach abdecken, denn „Gott will immer noch Menschen retten und die Gemeinden und uns persönlich dazu gebrauchen.“                 

Die vorgetragene Chronik in Form einer PowerPoint-Präsentation fördert Interessantes zutage: So gab es schon 20 Jahre vor dem 1947 erfolgten Anschluss an die Volksmission durch Karl Keck eine regelmäßige pietistische Stubenversammlung mit Verbindung zu der Möttlinger Gemeinschaft und zur Liebenzeller Mission, also sind es eigentlich 90 Jahre.

Interessant auch, dass Karl Keck einige Zeit in Wälde wohnte, da seine Schwester dort einen Hof besaß, den er nach dem Krieg wieder aufbauen half. Ach ja, und nicht zu vergessen: Der Bibelübersetzer Pfarrer Hans Bruns besuchte 1948 die Stubenversammlung, um die Volksmission kennenzulernen. Im Jahr 1970 zog die Gemeinde aus der Stubenversammlung aus, mietete sich öffentliche Räume, baute die Rathauswaschküche zum Jugendkeller um und konnte 1982 schließlich das ehemalige Dorfschulhaus erwerben.

Obwohl sich die Volksmission Wälde immer eher klein darstellte, so war sie doch voller Tatendrang. Häufig gab es Evangelisationen und fast jedes Gemeindeglied engagierte sich mehrfach in den bis zu acht verschiedenen Arbeitsbereichen. Die letzten Jahre brachten Wüstenzeiten mit sich. Viele, auch langjährige Mitglieder gingen und die Frage des Überlebens stand im Raum.

So weit die Chronik – aber dem Herrn sei Dank, es geht weiter: Wie durch ein Wunder interessierte sich Pastor Kurt Nübel dafür, wieder in den Schwarzwald zu ziehen. Seit Oktober 2015 ist er als Teilzeitpastor vor Ort, was eine echte Gebetserhörung darstellt.

Ein Zuspruch, den die Gemeinde zum 40-jährigen Jubiläum zweimal unabhängig voneinander erhielt, darf sich bewahrheiten: „… die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen.“ Die Gemeinde ist zuversichtlich, mit Gottes Hilfe einen guten Weg nach vorne zu gehen und in der richtigen Weise auf dem einst gelegten Fundament weiterzubauen.  

Andrea Vogt, www.vm-waelde.de

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