Menschenrechte und Religionsfreiheit

Am 10. Dezember 1948 verabschiedete die Generalversammlung der gleich nach dem 2. Weltkrieg gegründeten Vereinten Nationen (UNO) die Resolution 217 A (III), die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“. In ihrer Präambel heißt es, dass die „Anerkennung der angeborenen Würde und der gleichen und unveräußerlichen Rechte aller Mitglieder der Gemeinschaft der Menschen die Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt bildet“. Im Artikel 18 wird das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit sowie freie und öffentliche Religionsausübung und -wechsel beschrieben. Auch wenn diese Erklärung keinen bindenden Charakter für die inzwischen 193 Mitgliedsstaaten hat, ist sie doch ein wichtiges Rechtsdokument für internationale Politik.

Religionsfreiheit: Der DYNAMISSIO-Kongress hatte MdB Volker Kauder eingeladen, eines der Foren „Politik + Kultur“ zum Thema „Religionsfreiheit in Deutschland“ zu halten. „Wir sind nur glaubwürdig, wenn wir auch für die Freiheit anderer Religionen eintreten.“ erklärte der überzeugte Christ, der sich auch für verfolgte Christen in anderen Ländern einsetzt. So dürfe es nicht sein, dass Menschen, die wegen ihres Glaubens aus ihrer Heimat geflüchtet seien, in deutschen Flüchtlingsunterkünften nun wieder verfolgt würden. Er hält aber nichts davon, Religionsgruppen getrennt voneinander unterzubringen: „In den Flüchtlingseinrichtungen muss bereits durchgesetzt werden, dass es in Deutschland Religionsfreiheit gibt. Eine Trennung wäre eine Kapitulation.“

„Angeborene“ Menschenwürde: MdB Frank Heinrich hatte für das Forum „Was haben die Menschenrechte mit uns als Kirche und christlichen Gemeinde zu tun?“ zugesagt. Ich war gebeten worden, dieses zu moderieren. Der 53-jährige Frank Heinrich bezeichnet sich gern als christlicher „Robin Hood“. Nach dem Studium der Sozialpädagogik durchlief er eine theologische Ausbildung und wurde Heilsarmeeoffizier. Zusammen mit seiner Frau Regina leitete er ab 1997 die Heilsarmee Chemnitz, bis er 2009 als Kreisvorsitzender der Chemnitzer CDU in den Bundestag gewählt wurde. Dort ist er u. a. stellvertretener Vorsitzender der CDU/CSU-Arbeitsgemeinschaft „Menschenrechte und humanitäre Hilfe“. Dass Gott den Menschen zu seinem Bilde schuf, sei die Grundlage für Menschenrechte, stellt Frank Heinrich gleich zu Anfang seiner Ausführungen klar, auch wenn dieser Atheist oder extremer Anhänger einer anderen Religion sei. Als Christen müssen wir jeden Menschen als Gegenüber Gottes wahrnehmen.

Persönlich: Kirchen und christliche Gemeinden seien gefordert, sich für Menschenrechte einzusetzen. Nicht immer sei das in der Geschichte der Kirche so konkret geschehen wie bei der Abschaffung der Sklaverei. Manchmal habe die Kirche sogar mit Skepsis reagiert, wie bei der Gleichberechtigung von Frauen. Das christliche Menschenbild habe auf viele Bereiche des Zusammenlebens Einfluss, nicht zuletzt auch auf demokratische Regierungsformen und Verfassungen.

Da wir Christen dazu tendieren, uns mit Spenden von persönlichem Einsatz für ungerechte Behandlung von Menschen freizukaufen, regte Frank Heinrich an, sich auf Augenscheinnahme einzulassen, individuell oder als gesamte Gemeinde. Darunter fielen Konsumgewohnheiten, die Menschenrechte missachten, wie es beispielsweise Kinderarbeit tut. Auch im direkten Umgang miteinander könne Menschenrecht verletzt werden. So haben Christen manchmal keine Skrupel, die Würde anderer Christen mit Füßen zu treten. Persönlich sprach Frank Heinrich von „abgrundtief beleidigenden“ Zuschriften, die er als Bundestagsabgeordneter gerade von Christen erhielte.

Jesus sagt: Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten (Mt 7,12).

Hannelore Illgen

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