Neue Nachbarn – Neue Geschwister

Als im Herbst 2015 klar war, dass bei uns in Büdingen eine große Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in den alten Kasernengebäuden der US Armee eingerichtet werden soll, traf diese Ankündigung nicht nur auf Begeisterung. Viele Büdinger machten sich Sorgen um unsere kleine Stadt: Würden die Straßen sicher bleiben? Kann die Infrastruktur das überhaupt verkraften? Unmut und Verunsicherung machten sich breit.

Seitens der Stadt wurde um Unterstützung und ehrenamtliches Engagement geworben. In unserer Gemeinde wurden einige hellhörig. Wir überlegten, wie wir geflüchteten Menschen dienen könnten. Die meisten würden nur für ein paar Monate in Büdingen sein; nach ihrem Transfer konnten sie praktisch überall in Hessen hinkommen. Deshalb blieb unter vielen guten Ideen letztlich eine im Zentrum: Wir wollten die Menschen in Büdingen und in Deutschland willkommen heißen, ihnen Zeit schenken, zuhören und Liebe weitergeben. So ist in Kooperation mit der Evangelischen Kirche, die ein ähnliches Angebot macht, unser Begegnungsraum entstanden.

Am Freitag, 4. März 2016 war es soweit, das erste Mal, dass wir Besuch bekommen sollten. Alle Mitarbeiter waren aufgeregt, Kuchen war gebacken, Kaffee gekocht, Kinderspielzeug vorbereitet. Letztendlich kam nur eine Handvoll, doch wir hatten einen fröhlichen gemeinsamen Nachmittag. In der nächsten Woche kamen schon viel mehr Menschen – und seither ist unser Begegnungsraum fester Termin für Helfer und Freunde.

Im März 2017 haben wir Einjähriges gefeiert. Unserer Einladung zu diesem besonderen Ereignis folgten neben dem Bürgermeister weitere Haupt- und Ehrenamtliche, sodass wir einen unvergesslichen Nachmittag erlebten.

Es ist viel aus dieser Arbeit erwachsen, was wir uns nicht hätten vorstellen können. Neue Kontakte in der Stadt, Kooperationen, Deutschkurse, jeden Sonntag ein gemeinsames Mittagessen, praktische Hilfe... Gott schenkt Freude, immer wieder neue Kraft und viel Frucht. Persönliche Begegnungen stehen dabei immer im Vordergrund.

Auch Gespräche über den Glauben kamen auf. Viele fragten uns: „Warum macht ihr das alles überhaupt?“ So konnten wir Zeugnis geben von der Liebe, die wir persönlich in Christus erfahren dürfen und die wir gerne und bedingungslos weiter geben. Im Dezember wurden 15 Menschen getauft, weitere folgen bald. Einige unserer neuen Geschwister mussten Büdingen verlassen, andere sind dauerhaft hier untergekommen. Aus Fremden sind Freunde und Geschwister geworden.

All das hätten wir niemals planen und kein Programm hätte das jemals erreichen können. Doch wenn Jesus Herzen verändert und wir dem Wirken des Heiligen Geistes Raum geben, ist alles möglich. Wir sind gewiss, dass Gott noch längst nicht am Ziel ist mit unserer kleinen Gemeinde,  sondern dass wir noch viel Herrliches von ihm erwarten dürfen.

Renée Schneider, www.biblische-gemeinde-buedingen.de

Fotos: Susanne Kleinschmidt

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