Starke Sätze aus der Gemeindepraxis

Talkrunde am Ende der Näxt Leiterschaftskonferenz

Nun wird auch auf der Bundeskonferenz „getalkt“: Vier Pastoren und eine Pastorin diskutieren am Abschlusstag mit zwei Moderatoren über die Impulse dieser Konferenz. So unterschiedlich die Talk-Gäste sind, alle verbindet: Sie bauen begeistert Gemeinde. Dies zeigen fünf ausgesuchte Statements.

Wir brauchen viele Ausdrucksformen

Egbert Warzecha (Dorsten), leidenschaftlicher Musiker, Pastor und Gemeindegründer, lässt es sich nicht nehmen, im Gottesdienst zu tanzen. Doch das Laute und Ausdrucksstarke darf nicht allein mit „voll charismatisch“ gleichgesetzt werden. Er beobachte viele „Subkulturen“, die ganz verschieden angesprochen werden wollen. Auch in einer ruhigen, liturgischen Veranstaltung berührt Gott Menschen. Wir brauchen verschiedene Formen, um die unterschiedlichen Menschen zu erreichen.

Unsere Gemeinde ist gemäßigt charismatisch

In die Gemeinde von Thore Runkel (Mainz) kommen fast nur Leute unter 40. Licht, Rauch und Verdunkelung dominieren die umgebaute Lagerhalle. Kanzel? Fehlanzeige. Junge Leute sollen ihre Freunde mitbringen, ohne dass es für sie „peinlich“ wird. Deshalb fehlen bislang im Gottesdienst auch charismatische Elemente. Eine Beobachtung, die vermutlich auch andere Gemeinden machen: Junge Leute praktizieren im Gottesdienst nicht mehr selbstverständlich Geistesgaben oder das freie Gebet. Aber Thore erkennt bei Russel Evans: „Es gibt einen Weg, die übernatürliche Kraft des Heiligen Geistes in den Gottesdienst einzubauen, so dass sie auch für diese Generation attraktiv wirkt.“

Die Knackis kommen zu uns...

Berlin-Hohenschönhausen. Hier arbeitet Kai Münzing. Immer noch wohnen viele frühere SED-Mitglieder dort. Von Anfang an – so Kai – hat die Gemeinde nach Wegen zu den Menschen gesucht, die Religiösem kritisch bis ablehnend gegenüber stehen. Wie kann man die Liebe Gottes an sie weitergeben? Deshalb gründet die Gemeinde schon früh ein Sozialwerk. „Arbeit statt Strafe“ ist eines ihrer Angebote. Man geht nicht ins Gefängnis, sondern die „Knackis“ kommen zu ihnen. Wir müssen uns immer wieder hinterfragen und nach Möglichkeiten suchen, diese Menschen zu erreichen, so der Appell von Kai.

Gemeinde muss auch ein Ort des Glaubens sein

– an Jesus und an Menschen, so Xenia Besenreuther (Asch) in ihrem Eröffnungsstatement. Sie sieht eine Lücke zwischen der Verkündigung eines Evangeliums der Stärke und der Realität. Deshalb brauchen wir in der Gemeinde Menschen, die andere ermutigen und an sie glauben. So, wie es einer der Talk-Gäste auf der Konferenz erlebt hat: Aus einer schwierigen Gemeindesituation kommend, erfährt er von Freunden und Kollegen viel Zuspruch. Gottes Geist berührt und stärkt Menschen – auch durch Menschen!

Veränderung geschieht von innen her

Das setzt Lothar Krauss seiner Beobachtung entgegen: Wir tendieren dazu, nach Werkzeugen, also Seminaren und Methoden, zu suchen, wenn eine Gemeinde z. B. „evangelistischer“ werden soll. Lothar, der sich leidenschaftlich mit dem Thema Leiterschaft auseinandersetzt, ergänzt: „Wir neigen zu Vereinfachungen, die jedoch beim Glauben nicht weiterhelfen.“ Er erinnert daran, dass wir von Gott beschenkt werden und fragt „Werden wir eine Generation von Schenkern, die dieses Land berühren?“ Denn das ist unsere Berufung!

Fazit

Das Experiment ist gelungen! Souverän haben die „Talkmaster“ Frank Uphoff (München) und Andreas Sommer (Bremen) – beide im Karo-Look – durch eine Runde mit starken und ehrlichen Beiträgen geführt und die Statements und Fragen von Zuhörern aus dem Plenum eingebunden. Alles andere als Small-Talk. Schade, dass hier – wie im Vorbild Fernsehen – die „Sendezeit“ begrenzt war.

Autor: Oliver Fuß

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