„Unser Ziel ist nicht Integration...“

Seminar Begeistert Gemeinde international leben

„Unser Ziel ist nicht Integration, das überlassen wir Angela Merkel", scherzt Mario Wahnschaffe. „Unser Ziel ist Jüngerschaft." Empathie entwickeln und in die Kulturen „eintauchen“ lassen, so lautet der Rat, den der Pastor aus Bonn seinen Amtskollegen gibt. In seinem Seminar „Begeistert Gemeinde international leben" verblüfft der Leiter des Centrums Lebendiges Wort (CLW) immer wieder mit ungewöhnlichen Methoden und Ansichten, um Menschen aus verschiedenen Nationen für den Glauben zu gewinnen: „Ich kann die Dreieinigkeit aus dem Koran beweisen und dass die Bibel nicht gefälscht ist", versichert er beispielsweise und zitiert die entsprechenden Suren. Dabei verschweigt er nicht die Schwierigkeiten und Nöte, durch die er mit seiner Gemeinde gehen musste, damit „der Traum einer internationalen Gemeinde, den Gott träumt" Wirklichkeit werden konnte.

 

Achtung der Menschen anderer Nationalitäten

Der liebevolle und wertschätzende Umgang mit Einwanderern hat Mario Wahnschaffe bereits einen gewissen Ruf eingebracht: „Du hast uns nie beleidigt – und das schätzen wir an dir", sagen Muslime über ihn und verteidigen ihn sogar, wenn die eigenen Landsleute ihn angreifen wollen. Diese Achtung der Menschen anderer Nationalitäten spiegelt sich auch in der Sprache wieder, die das CLW gebraucht: „Wir haben uns Bezeichnungen wie „Migrant` oder „Ausländer` abgewöhnt", erklärt der 50-Jährige. „Diese Begriffe sind zu sehr mit verletzten Gefühlen und Erfahrungen von Ausgrenzung verhaftet, daher haben wir uns darauf geeinigt, von ‚Internationalen` zu sprechen."

 

„Wir brauchen euch!“

Tiefe Verletzungen bringen auch Flüchtlinge aus Kriegsgebieten mit, die durch schlimme Erlebnisse traumatisiert sind. Umso wichtiger sei es, sich in die Menschen einzufühlen, ihre Ängste und Nöte zu verstehen. Ein Russland-Deutscher habe ihm beispielsweise den Begriff „Doppelte Wunde" erklärt: „In Russland waren wir die verhassten Deutschen, als dreckige Nazis beschimpft. Und als wir endlich in dieses Land kamen, waren wir hier die dreckigen Russen."

Erschüttert hat Mario Wahnschaffe auch die Bemerkung, die ebenfalls ein Russland-Deutscher machte: „Ihr Deutschen seid super, ihr macht alles so toll und helft uns in vielen Bereichen, ihr habt nur einen Fehler: Ihr benötigt uns nicht!" Tief bewegt von diesem Statement, hat es sich der Geistliche zur Aufgabe gemacht, „ihnen zu sagen, dass wir sie brauchen!" Und eigentlich hatte es 1996 auch so angefangen, als ich ein prophetisches Wort für einen ‚Internationalen’ hatte: „Du sollst dieser Gemeinde helfen, eine internationale Gemeinde zu werden, die fähig ist, alle Nationen dieser Stadt mit dem Evangelium zu erreichen."

 

Ein Traum, der etwas kostet

Zu diesem Zeitpunkt sei das CLW bereits eine Gemeinschaft gewesen, die sich rührend um Mitbürger mit unterschiedlicher Staatsangehörigkeit gekümmert habe. Je mehr sie sich zu einem geistlichen Zuhause für Menschen aller Nationalitäten entwickelte, umso deutlicher spürte Mario Wahnschaffe, „dass die Verwirklichung dieses Traumes etwas kostet." 50.000 Euro flossen bisher allein in die Übersetzungsdienste: „Wir haben Kabinen für die Dolmetscher und sind besser und moderner ausgestattet als die UN", erzählt er nicht ohne Stolz.

Dennoch hat die Gemeinde sich entschlossen, Deutsch als gemeinsame Sprache zu wählen, was sich beispielsweise im Lobpreis widerspiegelt. „Wir haben schnell festgestellt, dass viele Asiaten, Russen oder Iraner kein Englisch sprechen", sagt der Gemeindeleiter und legt auch Statistiken aus dem CLW vor: Von den insgesamt fast 500 Mitgliedern stammen 42 % aus anderen Nationen, 58 % nicht. Ein- und mehrsprachige Hausgruppen sind teilweise zu kleinen Hauskirchen herangewachsen und zählen bis zu 35 Teilnehmer. Besonders beeindruckt sei Mario Wahnschaffe aber von der persischen Hauskreisleiterin: „Wenn die Salafisten in Bonn sich hinstellen und den Koran verteilen, steht ihre Gruppe daneben und verteilt Bibeln."

 

Vorbild: die erste Gemeinde

Die Bibel ist auch das Fundament, auf dem die Vision des Pastors einer internationalen Gemeinde steht. Er kann viele Stellen aus der Heiligen Schrift anführen, die seine These untermauern. Am eindrücklichsten ist wohl diese: „Zu Pfingsten, als die allererste Gemeinde entstand, waren viele Nationen versammelt, und das erste Wunder dieser Gemeinde war ja das Sprachenwunder."

Autorin: Carola Bonin

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