Vier Wochen Kenia und zurück

Die vier Wochen direkt nach meiner letzten Uni-Prüfung habe ich in Kenia verbracht. Schon im Medizinstudium war es mein Wunsch, Erfahrung in anderen Ländern zu machen. Als mir ein Freund nach einer Afrikareise von Kijabe - einem Missionskrankenhaus, ca. eine Stunde nördlich von Nairobi - erzählte, wurde ich sofort hellhörig. Nach einigem Hin und Her traf ich die Tochter von Thomas und Dörte Renner, beide als Missionare in Kijabe tätig. Über diesen Kontakt bekam ich die Zusage für die Hospitation, sobald ich mein Studium abgeschlossen hatte. Außerdem durfte ich für die Zeit bei Thomas und Dörte wohnen.

Meine erste Woche habe ich in der Chirurgie mitgearbeitet und habe viele Stunden bei Operationen assistiert, die darauffolgenden Wochen habe ich in der Notaufnahme gearbeitet. Diese Zeit war für mich besonders prägend, ich habe viel unmittelbares Leid, aber die Dankbarkeit der Patienten miterlebt. Alle ausländischen Ärzte arbeiten auf Spendenbasis, so ist es möglich, die Behandlungskosten möglichst niedrig zu halten und auch ärmeren Menschen eine Behandlung zu ermöglichen. In der Notaufnahme und teilweise auch auf Station habe ich einige Male auch mit den Patienten direkt am Bett für Heilung gebetet.

Der Tag hörte aber nach der Arbeit im Krankenhaus nicht auf, manchmal fing er erst richtig an, wenn ich zu Thomas und Dörte nach Hause kam! Von den beiden habe ich unglaublich viel über Mission lernen dürfen. Einige der Geschichten sind mir noch immer lebendig vor Augen - auf der einen Seite Zeugnisse von Menschen, die sich auf dramatische Weise zu Jesus bekehrt haben, auf der anderen Seite aber auch Geschichten von befreundeten Missionaren, die im Dienst ihr Leben gelassen haben.

Ich bin selber mit der konkreten Frage nach Kenia gekommen, ob ich mir eine Arbeit als Missionsarzt später vorstellen kann. Das kann ich nach dieser ersten Erfahrung ganz klar bejahen. Gott hat mir neu ein Herz für Mission gegeben, und mir ist neu klar geworden, dass ich nicht nur auf medizinische Weise tätig sein möchte – ich möchte Menschen mit Jesus bekannt machen, und auch weiter am Krankenbett für Heilung beten. Jesu Fähigkeiten sprengen alle Grenzen der modernen Medizin, sein Skalpell reicht sogar bis in die Tiefen der menschlichen Natur. Er kann, was wir Ärzte nicht können: er kann tatsächlich neues Leben schenken.

Ich möchte jeden ermutigen, selber einen Blick über den Tellerrand zu wagen und die Gelegenheit wahrzunehmen, Erfahrungen im ausländischen Missionsfeld zu machen. Ich bin mir sicher, dass er solche Erfahrungen nutzt, um uns zu prägen und neue Perspektive zu schenken

Felix P.

http://www.velberter-mission.de

 

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