Rückblick Bundeskonferenz 2016 - Was bringt uns die Zukunft? Vorkonferenz vom Forum Theologie und Gemeinde (FThG)

Pastor Rüdiger Halder, Moderator der Veranstaltung, machte gleich am Anfang deutlich, dass die drei letzten Generationen mit dem Thema „Endzeit“ unterschiedlich umgegangen sind.

Drei unterschiedlich „tickende“ Generationen

Da gab es zunächst eine „endzeitmotivierte“ Generation, die die Staatsgründung Israels im Jahr 1948 als Initialzündung für ihr Interesse an der Endzeit nahm. Es gab einen regelrechten Hype: Viele Bücher wurden geschrieben und Prophetien ausgesprochen, die sich letztlich nicht erfüllten. Durch den Hype auf der einen Seite und die unerfüllten Prophetien auf der anderen Seite wuchs eine „endzeitgeschädigte“ Generation auf, die nichts mehr mit dem Thema zu tun haben wollte, denn nichts wurde aufgearbeitet.

Die 3. Generation ist nun die „endzeitvergessene“ Generation. Der Fokus ihrer Arbeit liegt sehr stark auf dem Hier und Jetzt: Menschen sollen Jesus kennen lernen, das Reich Gottes erleben und die Gesellschaft dadurch verändert werden. Dabei gerät die Wiederkunft Christi in Vergessenheit, obwohl Jesus deutliche Worte darüber findet und den Jüngern auch einen Einblick in die Zukunft gewährt.

Endzeiterwartung

Pastor Ole Dost gab uns einen Einblick, wie das Thema der Endzeit in der frühjüdischen Endzeiterwartung anhand des Begriffes des „Menschensohnes“ interpretiert und im Neuen Testament aufgegriffen und verändert wurde.

Dabei wurde deutlich, dass der Begriff des Menschensohnes nicht die Erniedrigung Jesu beschreibt, sondern sein Hoheitstitel ist, der sich aus Daniel 7,13 ableitet.

Die Erwartung der Wiederkunft Christi, so der nächste Redner, Pastor Dr. Hubert Jurgensen, beginne mit dem Schlüsselereignis der Himmelfahrt Jesu (Apostelgeschichte 1,9-11). Dabei gibt Jesus keinen Zeitpunkt vor, sondern verlagert den Schwerpunkt auf die Geistausgießung und den damit einhergehenden Missionsauftrag (Apostelgeschichte 1,1-8).

Paulus schreibt an die Gemeinde in Thessalonisch, die angstvolle Spekulationen in Bezug auf die Wiederkunft Jesu hatte (1. Thessalonicher 5,1-11), dass wir Zeiten und Stunden nicht kennen, da Jesus wie ein Dieb in der Nacht kommt. Das darf uns nicht verängstigen, sondern einen christusgemäßen Lebenswandel fördern. So lenkt Paulus den Fokus von der Lehre über die Endzeit und die Erlösung auf die Heiligung der Christen.

Praktische Umsetzung

In der Podiumsdiskussion mit Dr. Hubert Jurgensen und Dr. Bernhard Olpen ging es darum, wie das Thema praktisch in der Gemeinde umgesetzt werden kann. Eine der Grundlagen der Pfingstbewegung ist die Naherwartung der Wiederkunft Jesu, da die Geistausgießung die Gemeinde auf Jesu zweites Kommen vorbereitet. Doch auch schon vor etwa 2000 Jahren schrieb der Apostel Johannes, dass die Gemeinde in der letzten Stunde lebt, weil viele Antichristen gekommen sind (1. Johannes 2,18). Das macht klar: Wir sollen im Licht der Naherwartung der Wiederkunft Jesu leben, was uns aber nicht zu unnötigen Spekulationen über den genauen Zeitpunkt führen darf, sondern in ein christusgemäßes Leben, wodurch das Reich Gottes mehr und mehr Gestalt in unserer Welt gewinnt. Das muss Inhalt der Verkündigung werden.

Vor allem zwei Punkte seien auf der „Endzeituhr“ wichtig: die Bekehrung der Juden (Römer 9-11) und die Verkündigung des Evangeliums (Matthäus 24,14).

Doch bei all dem wissen wir nicht, was die Zukunft bringt, aber wer die Zukunft bringt – das ist unsere Hoffnung! Unser Gebet sollte wie das der ersten Christen lauten: „MARANATA – komm Herr Jesus!“ (1. Korinther 16,22).

Mit diesem Thema befasst sich auch der neue Band des FThG, „Ende gut – alles gut?!“, zu beziehen über »www.forum-thg.de«.

Viktor Dreier

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