"Merk- und denkwürdig!" - Staffelübergabe der Leitung des Sozialwerkes Bremen
"Mit diesem Festgottesdienst geht ein denk- und merk-würdiges Dienstleben offiziell zu Ende!", beginnt BFP-Präses Roman Siewert seine Laudatio am 13.06.2010, mit der er Heinz Bonkowski als Gründer und Leiter des Sozialwerks der Freien Christengemeinde Bremen und seine Frau Hildegard in den Ruhestand entlässt. "Der Glaube an Jesus Christus war und ist kein Lippenbekenntnis von Euch, sondern ihr wolltet die Menschenfreundlichkeit Gottes sichtbar leben und das ist würdig, sich zu merken."
So wurde "Nehmt einander an!" (Römer 15,7) auch zum biblischen Leitgedanken der 30-jährigen Erfolgsgeschichte. Mittlerweile zählen über 30 soziale Einrichtungen in Bremen zum Sozialwerk, das sich vor allem für Senioren und Menschen mit psychischen Erkrankungen einsetzt, aber auch in den Bereichen Kinder- und Jugendarbeit, Bildung, Beschäftigung, Fitness und Gesundheit, Glaube und Leben Vorbildliches leistet. Nicht umsonst wurde das Sozialwerk 1986 von der durch "prognos" durchgeführten mehrjährigen Begleitforschung als das erfolgreichste Modellprojekt der Bremer Psychiatrie gekürt. Und so wurde das Lebenswerk von Heinz Bonkowski bei dem offiziellen Empfang anlässlich seiner Verabschiedung am 11.Juni 2010, zu dem Vertreter der Stadt Bremen und der Sozialverbände geladen worden waren, von der Bremer Bürgermeisterin Karoline Linnert gewürdigt.
Doch heute an diesem Festgottesdienst stehen nicht die Leistungen, sondern die Menschen, Heinz und Hildegard Bonkowski, im Mittelpunkt. Roman Siewert attestiert dem gelernten Krankenpfleger "ein außergewöhnliches Charisma" und das Glück, mit Christus als Lebensmitte auch in Hildegard die richtige Frau gefunden zu haben. Mit ihr durfte er das Geschenk seiner drei Kinder Matthias, Jens und Anja und mittlerweile 9 Enkelkinder erleben.
"Ich habe meinen Mann immer unterstützt und ihm den Rücken freigehalten", erzählt Hildegard Bonkowski. Denn nur so, Hand in Hand, konnte unter der Leitung von ihrem Mann insgesamt 53.000 m2 umbauter Raum geschaffen werden, in denen die insgesamt 500 Mitarbeiter dem Dienst am Menschen nachgehen.
Als Abschiedsgeschenk überreicht Roman Siewert u.a. eine Ostfriesische Uhr. Sie "symbolisiert durch ihren entgegen gesetzten Uhrzeigerlauf, dass Euch etwas Zeit zurückerstattet wird, für die Zeit, die Ihr überdurchschnittlich investiert habt."
Eine neue Zeit bricht nun für das Sozialwerk an, denn mit dem Kinder- und Jugendpsychiater Dr. Matthias Bonkowski hat sein Vater Heinz einen würdigen Nachfolger gefunden, der zwar "den guten Kurs des fahrenden Schiffes halten und an die jeweils gegebenen Bedingungen anpassen" will, jedoch auch für frischen und neuen Wind sorgen wird. "Meine Eltern haben mir Wurzeln und Flügel gegeben. Meine Pfahlwurzel ist der Glaube an Gott und meine Flügel sind meine Träume."
Und deshalb ist das Einführungsgeschenk vom Pastor der Freien Christengemeinde Bremen Andreas Sommer für Dr. Matthias Bonkowski und seine Frau Simone zwar ungewöhnlich, aber einprägsam. "Ich schenke euch Gitterstäbe, damit ihr euch daran erinnert, euch nicht auf eure Begrenzungen zu fixieren, sondern euren Blick zu heben und die Sterne am Firmament zu sehen. Ihr sollt lösungsorientiert bleiben und beobachten, was sich am Himmel des Lebens abzeichnet."
Und so beginnt mit diesem Festgottesdienst eine neue, merk- und denkwürdige Zeit für das Sozialwerk unter der Leitung von Dr. Matthias Bonkowski.
Esther Dymel-Sohl
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