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Hinweis: Die Übersetzung erfolgt automatisch durch Google und ist nicht immer treffend.

22. Weltpfingstkonferenz in Stockholm: 1.700 Delegierte aus 74 Nationen
02.09.2010
Vom 24. bis 27. August fand die 22. Weltpfingstkonferenz, diesmal insbesondere für Leiter, in Stockholm statt. Für GEISTbewegt! hat Redakteur Frank Uphoff (Text und Fotos) seine Eindrücke festgehalten.
Der erste Eindruck bestätigt, dass dieses Gebäude eine lange Geschichte haben muss. Die Sitze knarren etwas. "Mein Vater hat bereits 1951 hier gepredigt", führt Dr. Matthew Thomas aus Indien freudestrahlend während seines Seminars aus. 100 Jahre Bestehen feiert diese Gemeinde gleich nach der Weltpfingstkonferenz. Während der großen Weltwirtschaftskrise von Lewi Pethrus, gegründet, wurde das Gebäude 1930 errichtet, damals mit 3.000 Sitzplätzen das größte Versammlungsgebäude Skandinaviens.
"Filadelfiakyrken" prangt in großen Lettern an diesem ehrwürdigen Gebäude, das in der vorletzten Augustwoche das Auditorium für die 22. Weltpfingstkonferenz bildet, vor dem Gebäude eine Zelterweiterung, um allen Teilnehmern Platz zu schaffen. Alle drei Jahre findet sie statt, über 1.700 Delegierte aus 74 Nationen sind in die schwedische Hauptstadt gekommen. Die weltweite Pfingstfamilie ist viel von Freundschaft und Beziehungen geprägt. "Fünf Mal steht in der Schrift, dass wir uns grüßen sollen, auch mit dem ‚Heiligen Kuss’". Jack Hayford aus Los Angeles, ein echter Vater in Christus ermutigt die Teilnehmer, diesem biblischen Vorbild des herzlichen Ausdrucks der Freundschaft nachzueifern. Man folgt der Aufforderung gerne: Umarmung hier, Küsschen dort.
"Stockholm ist heute eine geistlich sehr uninteressierte Stadt, auf ungöttlichen Wegen", begrüßt Niklas Piensoho, leitender Pastor von Filadelfia, die Gäste aus aller Welt. "Ihr werdet hier viele Dinge sehen, die euch vielleicht schockieren mögen. Wir haben auf euch gewartet, bitte betet mit uns und für unser Land", zeichnet der engagierte Leiter ein nüchternes Bild, besonders auch im Hinblick auf die anstehenden schwedischen Wahlen. "Diese Kirche wurde 1929 mit von Lewi Pethrus gegründet". Beim mittäglichen Pausen-Spaziergang durch Südstockholm stoßen wir auf die Spuren dieses gesegneten Vaters der schwedischen Pfingstbewegung, dessen Wirken weltweit Segenslinien hinterlassen hat. Im "G12-Cafe" der Södermalmskyrkän in der belebten Einkaufszone genießen wir "Fieka", schwedische Kaffeepause, wie die Konferenzbesucher lernen.
Geistliches Erbe der Pfingstbewegung der nächsten Generation weitergeben
"Die nächste Generation muss ausgerüstet werden mit der Kraft des Heiligen Geistes". Wie ein roter Faden zieht sich dieser Gedanke durch die verschiedenen Plenarveranstaltungen. Lass dich ausrüsten, rüste andere aus, rüste die Gemeinde aus – das Konferenzthema bringt es auf den Punkt. Ziel der Konferenz ist es nicht, verbindliche Beschlüsse zu fassen, da die Weltpfingstbewegung eher von Beziehungen, als von Strukturen geprägt ist. Deswegen stehen geistliche Leiterschaftsthemen im Vordergrund und prägen die Plenarveranstaltungen und Seminare. Der BFP ist durch verschiedene Pastoren mit Präses Roman Siewert an der Spitze in Stockholm vertreten.
"Wenn ein Prediger mehr über die Vergangenheit redet, als über das Kreuz und den Heiligen Geist, ist er fehl am Platz", fordert Reinhard Bonnke, Pfingstler in dritter Generation, besonders die junge Generation heraus, sich dem Ruf Gottes zu stellen. "Jesus ist nicht dafür gestorben, dass Pastoren einen ruhigen gutbezahlten Job haben." Bonnke ist, wie meistens, markant. Er stellt mit Daniel Kolenda der Weltpfingstgemeinschaft seinen Nachfolger vor und demonstriert beispielhaft das Weitergeben der Fackel. Sein Dienst in Afrika hat Dimensionen erreicht, die anderswo kaum vorstellbar sind.
Kaum vorstellbar? Doch! In Korea. "Beginnen wir unser gemeinsames Gebet, in dem wir laut Herr, Herr, Herr rufen" ermutigt Dr. Young Hon Lee, leitender Pastor der Yoido Full Gospel Gemeinde (Seoul, Korea) die Versammlung, koreanischen Gebetsstil zu verinnerlichen. Er braucht nicht lange bitten. Das Gebet der Konferenz schwillt an wie ein Wind. Das Werk dieser größten Gemeinde der Welt ist beeindruckend. Unter dem Nachfolger von Dr. Yonggi Cho wächst diese Arbeit beständig weiter. "Wir versuchen die Liebe Christi bedingungslos an unsere Generation weiterzugeben". Dass dies nicht nur leere Worte sind, beweist die Gemeinde dadurch, dass sie zur Zeit eine Herzklinik in Nordkorea baut. "Wir sind das einzige Land der Welt, das noch geteilt ist" ermutigt er zum Gebet für sein Land.
"Ich ändere mein Thema, weil Gott heute morgen zu mir gesprochen hat." Souverän legt Jack Hayford das Buch Joel aus. "Wir müssen für unsere Kinder und Enkelkinder beten, dass sie in der Kraft des Heiligen Geistes dienen!" Die Linie der Konferenz zeigt eine weitere Facette: Besonders bewegt ist die Versammlung, als Hayford fünf Vertreter der jungen Generation auf die Bühne bittet, sie ihre persönlichen Gebetsanliegen und Visionen nennen lässt und die Konferenz ermutigt, stellvertretend für sie und die junge Generation zu beten. Das geistliche Erbe der Pfingstbewegung muss an die nächste Generation weitergegeben werden. Väterlich stellt er sich zwischen die jungen Leute, erhebt mit ihnen gemeinsam die Hände, während die Versammlung, mittlerweile angeschwollen wie ein Sturmwind gemeinsam betet. Gemeinsames Gebet bei den Pfingstlern? Von Zurückhaltung keine Spur.
Unter ihnen ist Annelie Lennartson, 28, Jugendpastorin in Sollentuna (Südschweden). Als wir sie in der Zeltvorhalle treffen, telefoniert sie am Handy. "Ich liebe meine Pfingstgemeinde". Sieben Jahre ist sie bereits in der Jugend tätig. "Ich möchte ein Vorbild in den prophetischen Gaben sein," hat sie auf der Bühne öffentlich gesagt. Das ist ihr Anliegen für ihre Generation, erläutert sie uns. "Wir brauchen die Kraft des Heiligen Geistes!"
Vielfältig sind die Impulse. Die Pfingstbewegung aus dem Sudan engagiert sich besonders für die Not ihres Landes, die Konferenz unterstützt das durch eine Kollekte. Für das katastrophengeschüttelte Pakistan planen die skandinavischen pfingstlichen Hilfswerke eine Million Dollar ein – und bitten um Unterstützung. Und immer wieder bekommen die Anliegen mit ihren vertretenen Leitern Gesichter. Es geht nicht um Anliegen, es geht um Menschen. "Der große Auftrag muss erfüllt werden", heißt es immer wieder. Die pfingstlichen Theologen treffen sich zu umfangreichen Konsultationen.
Ingolf Ellßel in den Weltvorstand berufen
Dr. James Leggett, Bischof der Pentecostal Holiness Church (USA), hat die Weltpfingstgemeinschaft in den letzten sieben Jahren geleitet. "Ich bin über die Fokussierung dieser Konferenz auf das Thema der Leiterschaft begeistert", äußert er sich gegenüber GEISTbewegt! Dieses Amt übergibt er auf dieser Konferenz an Dr. Prince Guneratnam aus Malaysia. Mit im sechsköpfigen Vorstand für die nächsten drei Jahre auch ein deutsches Gesicht: Ingolf Ellßel, ehemaliger Präses des BFP und weiterhin Vorsitzender der Europäischen Pfingstbewegung, lebt seine Berufung auf europäischer und der Weltebene. Zum erweiterten Vorstand gehörte er schon seit 2004, nun wird er in das engste Gremium der Weltpfingstgemeinschaft berufen. Ihm liegt besonders die Evangelisation der europäischen Hauptstädte auf dem Herzen. So sind auch zu dieser Konferenz, ähnlich wie bereits in Berlin, Brüssel und Madrid zu den Europakonferenzen, viele Kurzzeitmissionare angereist, die während der Tage Stockholms Straßen mit dem Evangelium erfüllen (mehr zur Wahl von Ingolf Ellßel gibt es hier).
Grüße kommen in die schwedische Hauptstadt aus anderen Weltgemeinschaften. Dr.Geoff Tunnicliffe, Internationaler Generaldirektor der WEA (Weltweite Evangelische Allianz) grüßt und betont besonders die inzwischen guten und unkomplizierten Beziehungen zwischen den Evangelikalen und den Pfingstlern. Auch der Weltrat der Kirchen hat mit seinem Generalsekretär, dem Norweger Dr. Olav Fykse Tveit, einen Vertreter nach Stockholm entsandt. "Wir brauchen euch als Pfingstler in der weltweiten Gemeinschaft der Kirchen", umwirbt er die Weltpfingstgemeinschaft, die nicht zum Weltrat der Kirchen gehört.
Die Vielfalt der Pfingstbewegung ist beeindruckend. Die unterschiedlichen Kulturen bereichern das Miteinander enorm. Afrika, Indien, Nepal, Russland, Korea, Brasilien – allein die Kleider der Teilnehmer sind interessant. Die 74 Fahnen auf der Bühne bilden nicht nur eine bunte Kulisse, sie drücken das Miteinander aus. Aber auch der Unterschiedlichkeit der Generationen wird Rechnung getragen. "Wir dürfen keinen Rassismus der Generationen in unseren Gemeinden haben", konstatiert Egil Svartdahl aus Norwegen und plädiert für das versöhnte Miteinander von in der Regel vier Generationen in einer gesunden Gemeinden. Die Konferenz zeigt, dass es möglich ist: Die älteren Pfingstler der Filadelfia-Gemeinde dienen, festlich mit Konferenz-Schärpen geschmückt, als Ordner, Hostessen und Helfer der Konferenz. Der Saal bebt bei den alten Hymnen wie "This is my story" (Seliges Wissen), Lautstärke und Lightshow inklusive.
Das Worshipteam von Hillsong Stockholm setzt am dritten Konferenzabend die Linie der Konferenz fort: Jung und alt gemeinsam. Keiner auf der Bühne scheint die 25 überschritten zu haben. An der Rezeption nehmen wir uns Oropax mit – auch das gehört dazu, wenn es um das "gemeinsam" geht. Brian Houston, Hillsong-Seniorpastor aus Sydney bringt mit seinem breiten australischen Akzent ("im Himmel sprechen wir alle so") viele Teilnehmer ohne Übersetzung an ihre sprachlichen Grenzen. " Just when something is over, don’t stop!" Jesus war auch nicht am Ende, als alles nach Ende aussah. Auch Hillsong ist Teil der Pfingstbewegung, was manche nicht wissen. Wie kaum eine Gemeinde haben sie weltweit die Musik weit über die Pfingstkreise hinaus geprägt.
Schweden ist sehr heidnisch geprägt, meint unsere Gastgeberin, die auch keine Gottesdienste besucht. Der Sonntag wird hier eben nicht als Ruhetag respektiert. IKEA hat sonntags seinen Hauptansturm, das ist Familienevent in Schweden. Warum mehr Leute am Sonntag dorthin gehen als in die Kirche, fragt Pastor Magnus Persson die Delegierten provozierend in seinem Vortrag. "Weil IKEA-Kunden mit einem Haufen praktischer Dinge nach Hause gehen, die sie gerbrauchen können", hätte ein Nachbar ihm geantwortet. Die Botschaft sitzt. Kirche muss relevant sein. Dass das in jeder Kultur anders sein kann und muss, zeigt diese Konferenz deutlich.
In der "Heiligen Schlange" vor den mit der Konferenz leicht überforderten Herren(!)toiletten des ehrwürdigen Gebäudes lerne ich Felipe (26) aus Chile kennen. Sein Englisch ist schwach, aber ich verstehe, er brennt dafür, seine Generation zu erreichen. Nach dem Gottesdienst kommt er freudestrahlend mit einem Übersetzer zu mir. "Ich kenne deinen Namen". Ein deutschsprachiger schwedischer Pfingstler, der in Chile lebt und vor Jahrzehnten bei meinem Onkel in Bonn auf einem Jugendeinsatz war – ach, wie ist die Welt doch klein. Keine 15 Minuten später haben wir Lampi aus Myanmars/Burma kennengelernt, besichtigen in der Konferenzpause mit ihm gemeinsam das wunderschöne frühherbstliche Stockholm und beschließen den Tag mit einer Pizza in rekordverdächtiger Größe.
Es war einfach schön auf der Konferenz und in Stockholm zu sein.
Frank Uphoff
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