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Hinweis: Die Übersetzung erfolgt automatisch durch Google und ist nicht immer treffend.

"Ein Kind Gottes stirbt nie!"
10.02.2011
Im engsten Familien- und Freundeskreis wird Mirco am 09. Feburar 2011 beigesetzt: Knapp 400 Menschen sind um 11.00 Uhr in der Trauerhalle am Grefrather Friedhof versammelt und mit jedem einzelnen von ihnen ist die Familie Schlitter verbunden. Pastor Norbert Selent führt durch die Trauerfeier. Roman Siewert, Präses des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden, hält die Ansprache. Einen Brief hat er an Mirco geschrieben: Lieber Mirco, … Heute ist Mittwoch… Du staunst! Alle sind gekommen – wegen Dir… Ganz viele Leute, auch Große sind hier. Die haben Dich lieb und haben viele Monate wie verrückt nach Dir gesucht. Als sie Dich gefunden haben, haben sie geweint.
Auch die SOKO ist mit 64 Personen anwesend und nimmt Abschied. Fast fünf Monate hatte sie fieberhaft nach dem am 03. September 2010 verschwundenen 10-Jährigen gesucht, bis sie ihn schließlich am 26. Januar 2011 fand - tot. "Die Polizisten haben während der Suchphase oft von ‚unserem Mirco‘ gesprochen", erinnerte sich Mutter Sandra vor der Trauerfeier. "Das hat uns als Eltern tief bewegt!"
Mirco wollte Bauer werden
Ich hab gehört, Du wolltest immer Bauer werden, fährt Präses Siewert fort. Mircos Sarg ist im vorderen Bereich der Halle auf Strohballen gebettet, in denen eine Heugabel steckt. Davor stehen zwei seiner Lieblingstrecker. Gibt es auch im Himmel Traktoren und wenn ja, tuckern die auch so kräftig? Viele Blumengebinde mit Liebesbekundungen von Familie und Freunden liegen um den Sarg herum. Mircos Tante und Onkel mit ihren drei Kindern haben ein Blumengesteck in Form eines Treckers binden lassen: "Es sollte einfach ein Trecker sein, weil der Mirco im Sommer von morgens bis abends am liebsten auf dem Bauernhof war,die Tiere gefüttert und bei der Ernte geholfen hat."
Du warst ein starker Typ. Hast Grenzen ausprobiert… fährt Roman Siewert weiter fort. Ja, davon hatten die Eltern, besonders Mutter Sandra, auch ein Lied singen können. "Der Mirco war immer grad heraus. Einmal kam er in das Geschäft, in dem ich als Verkäuferin neu angefangen hatte. Ich war gerade nicht im Verkaufsbereich, und so ging er mit strahlenden Augen auf meine Kollegin zu, mit den Worten: ‚Meine Mama arbeitet hier. Ich krieg Prozente!‘"
"Werdet wie die Kinder"
Und Präses Siewert schreibt weiter: So einen wie Dich hat der Heiland lieb. Im Neuen Testament kann man davon lesen. Matthäus 18 Vers 3: Werdet wie die Kinder. Und dann beschreibt der Präses in seinem Brief an Mirco, wie Jesus die Jünger anfuhr, weil sie die Kinder nicht zu Jesus ließen: Aber Jesus sprach: "Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht. Denn solchen gehört das Himmelreich." Für Mirco holt Roman Siewert seinen Lieblingsschlips heraus – einen roten mit Gänseblümchen, …die in der Natur wachsen und wachsen und nicht unterzukriegen sind …Die großen Leute wollen die Kleinen unterkriegen. Und dann erzählt Präses Siewert, wie Jesus die starken Männer anfauchte und sich klar auf die Seite der Kinder stellte. Dich hat Jesus sicherlich auch ganz fest gedrückt und dir einen Kuss gegeben, als Du im Himmel angekommen bist. Viele lassen bei diesen Worten des Abschiedes die Tränen einfach laufen. Nachdrücklich erinnert Roman Siewert die Abschiedsgemeinde daran, dass wir zwar in einem christlichen Land leben, dies aber nicht genüge: Wir Menschen müssen Jesus Christus in uns haben. An ihn glauben und versuchen, nach seinen Geboten zu leben… Du sollst nicht stehlen… nicht… schlecht reden… nicht töten. Mirco wurde getötet und Präses Siewert versichert ihm und allen Anwesenden: Dein Sterben ist nicht umsonst! Ich habe dich gut verstanden. Ich soll vor allem den großen Leuten sagen: Ihr sollt Kinder Gottes sein und bleiben und auch immer wieder werden. Das ist möglich durch Jesus… (Johannes 14 Vers 5). Und dann spricht er von einer möglichen Umkehr, von Vergebung und Verzeihen.
Viele Kinder sitzen oder stehen in der vollbesetzten Trauerhalle und hören den tröstenden Worten zu. Die "Royal Rangers" zum Beispiel, jene christlichen Pfadfinder der Christengemeinde Krefeld, zu denen Mirco mit großem Enthusiasmus und Tatendrang gehört hatte. Und natürlich auch seine Mitschüler der Klasse 6a der Gemeinschaftshauptschule Grefrath mit ihrem Lehrer Herrn Heines. Beiden Gruppen überreicht Präses Siewert Schultüten, die mit Sternen dekoriert sind, als Zeichen der Hoffnung: "Ein Kind Gottes stirbt nie! Und jedem von euch wünsche ich diesen Stern der Hoffnung."
Sonne, Mond und Sterne schmücken auch den Sargdeckel. Tags zuvor hatte die Schulklasse gemeinsam mit der Familie den Sarg Mircos bemalt und dekoriert. Persönliche Worte der Erinnerung und Namen kann man auf ihm lesen. Auch den Tagesablauf eines Bauern haben sie draufgemalt.
Ein Engel im Himmel
Präses Siewert hält für die Trauergemeinde den Entwurf der Abschiedsanzeige hoch, den er mit Mircos Eltern gemeinsam in seinem Büro aufgesetzt hatte. Dazu liest er aus seinem Brief an Mirco: Und dann haben Mama und Papa geschrieben: Bei allem Schmerz wissen wir Mirco in der Hand Gottes geborgen. Unseren lieben Sohn, Bruder, Enkel, Neffen, Cousin und Freund. Doch Mama hat sich verschrieben – aus Enkel hat sie Engel gemacht… aber der Schreibfehler Deiner Mama gibt uns allen Hoffnung… Du bist jetzt im Himmel. Und so ermutigt Siewert alle Anwesenden "im Sinne Mircos: Seid Kinder Gottes!"
Gemeinsam singt die Trauergemeinde noch eines von Mircos Lieblingsliedern aus dem Kindergottesdienst: "Mein ganzes Herz gehört nur Jesus." Zu den Klängen einer Royal Ranger Gitarre, versteht sich. Als dann die Dia-Präsentation gezeigt wird, Fotos von Mirco, wie er leibte und lebte, bleibt kein Auge mehr trocken: Ein Naturliebhaber, ein Kletterer, am Strand mit seinen Geschwistern, im Swimmingpool, den Schalk im Nacken, das Leben liebend...
Auf der Trompete spielt Mircos Großcousin Markus Schmidt ein Loblied auf die Schöpfung Gottes, die Mirco so sehr liebte: "Du großer Gott!" Pastor Norbert Selent bittet Gott noch um seinen Trost: "Halte uns fest, wir danken dir für deinen Beistand." Dann wird der Sarg, flankiert von sechs Royal Rangern, zur Grabstelle geleitet. Hier nehmen alle noch einmal persönlich Abschied, von "unserem Mirco" und jeder Trauernde bekommt hier noch ein Saattütchen mit Sonnenblumenkernen als Gruß von Mirco geschenkt, mit der Aufschrift: "Wenn die Saat aufgeht, werden blühende Erinnerungen geweckt, die lange in Euren Herzen weiterleben."
Auch Lehrer Heines zieht mit den Kindern der 6a am Grab vorbei. Eine Rose hält jedes Kind in der Hand, die es nun auf den Sarg wirft. "Dieser letzte Schritt des Abschiednehmens ist für uns sehr wichtig. Bis vor wenigen Tagen hatten die Kinder noch die Hoffnung, dass Mirco irgendwann wieder zur Tür hereinkommt und ruft: ‚Ätsch, hier bin ich wieder.‘ Doch nun müssen wir realisieren: Er kommt nicht wieder." Eine Frau wünscht ihm als Lehrer "viel Kraft für die kommende Zeit." "Die haben wir", entgegnet der Lehrer zuversichtlich, "weil wir erlebt haben, wie die Familie Schlitter durch diese schwere Zeit gegangen ist, und das hat uns Kraft gegeben." Papa Reinhard Schlitter beschreibt es so: "Unsere eigenen Gebete und auch die Gebete der vielen, vielen Menschen haben uns getragen und wir sind nicht untergegangen."
Auf die quälende Frage nach dem Warum gibt Präses Siewert den Trauernden am Grab noch einen Gedanken mit auf den Weg: "Gott weiß, warum…" Und so verabschiedet sich der engste Familien- und Freundeskreis von "seinem Mirco" – insgesamt vierhundert Menschen.
Esther Dymel-Sohl
--> vollständiger Text der Predigt
--> Gespräch mit Mircos Eltern
--> Kondolenzbuch
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