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Hinweis: Die Übersetzung erfolgt automatisch durch Google und ist nicht immer treffend.

III. Lausanner Kongress über Weltevangelisation
30.11.2010
"Gott hat durch Christus die Welt mit sich selbst versöhnt ... und in uns das Wort von der Versöhnung gelegt." 2. Kor. 5,19

Unglaublich, was die weltweite Lausanner Bewegung da hinbekommen hat, in Kooperation mit der weltweiten Evangelischen Allianz: Sie hat über 4.000 Delegierte aus 198 Ländern, also von allen Enden der Erde, nach Kapstadt in Südafrika gebracht. Alle Teilnehmer waren auf persönliche Einladung hin gekommen, unterstützt von den jeweiligen nationalen Lausanner Netzwerken. In Deutschland heißt dieses Koalition für Evangelisation in Deutschland – Lausanner Bewegung (www.lausannerbewegung.de). 70 Prozent der Teilnehmer stammten von der südlichen Welthalbkugel, entsprechend dem Anteil an Evangelikalen dort. Die Gemeinde Jesu, insbesondere die Pfingstbewegung, wächst ja hier phänomenal.
Lobpreis und Anbetung
Die Eröffnungs- und Schlussveranstaltung, jeweils an einem Sonntagabend, dem 17. und dem 24.10., mit erhebender Musik und afrikanischem Flair durch atemberaubende Tänze und Multimedia-Vorführungen, bildeten die Klammer für die intensive und bewegende Kongresswoche Ende Oktober 2010. Ein Vorgeschmack des Himmels der Lobpreis mit dem großen Chor und Orchester – mit klassischen und elektronischen Instrumenten sowie älteren, aber zeitlos wertvollen geistlichen Liedern. Das tägliche Singen "charimatischer" Art wurde von einer international zusammengestellten Lobpreisgruppe angeleitet, teilweise von "unserer" Judy Bailey mitgeprägt. Die Dramaturgie des dreistündigen abschließenden Gottesdienstes war auf die Herrlichkeit und Größe Gottes und sein liebendes Handeln in dieser Welt durch Jesus Christus ausgerichtet, mit dem Höhepunkt des gemeinsamen Mahls des Herrn.
Durch die Zuschaltung von etwa 650 Orten in knapp 100 Ländern profitierte ein Vielfaches der Teilnehmer vom Kongressgeschehen.
Verfolgte Gemeinde Jesu
Eine starke Trübung war das Fehlen der etwa 200-köpfigen ausgesuchten chinesischen Delegation, vor allem aus der Untergrundkirche. Sie waren teilweise mit Gewalt kurz vor Reisebeginn gehindert worden, den jeweiligen Abflughafen zu erreichen. Es ist Tatsache, dass Verfolgung das Leben eines Großteils der Christen kennzeichnet, und während des Kongresses war dieses Thema immer präsent: durch persönliche Zeugnisse wie das der Witwe von Tom Little, der Anfang August 2010 in Afghanistan mit neun weiteren Persönlichkeiten erschossen worden war, darunter eine Deutsche. Ein vielfältig begabter Mann und Mediziner, der den Menschen dieses Landes über 32 Jahre im Rahmen von Jugend mit einer Mission gedient hatte. Oder dem Anglikanischen Bischof aus dem muslimischen Norden Nigerias, dem Haus und Gemeindegebäude vor wenigen Jahren niedergebrannt worden waren. Sein Leben wurde verschont, das von Hunderten anderen nicht, seine Frau benötigte ein Jahr der körperlichen Wiederherstellung nach einem Anschlag auf ihr Leben.
Interessante Begegnungen
Die Kongresswoche vom 17. bis 24. Oktober im größten Kongress-Zentrum Südafrikas mit Hunderten von Veranstaltungen und Mitwirkenden zu gestalten, war eine gigantische Angelegenheit – und großartig gelungen. Allein die Mahlzeiten für die über 4.000 Teilnehmer hinzubekommen, war eine Aufgabe, die viele rund um die Uhr beschäftigte. 400 Helfer aus aller Welt waren für die Delegierten im Einsatz. Einen Ausschnitt der Internationalität der Teilnehmer lernte man beim Essen-Anstehen kennen. Einmal stand ein Mongole hinter mir, der Deutsch sprach, weil er in der damaligen DDR studiert hatte. Dann wieder saß ich zusammen mit zwei Frauen aus dem Königreich Bhutan, in dem Bhuddismus Staatsreligion ist. An einem anderen Tag nahm ich mein Lunch-Päckchen mit einer lutherischen Pfarrerin aus Norwegen ein, die in Thailand Theologie lehrt. Im Vorübergehen sah ich jemand aus dem Jemen, von einem der südafrikanischen Fürbitter, der nur zum Beten in das Kongress-Zentrum gekommen war und dem ich beim Mittagessen zuhörte, erfuhr ich, dass Hunderte Geschwister den Kongress umbeteten. Insbesondere hatte jeder der Redner, die im Programm vorkamen, zwei Fürbitter.
Quotenregelung
Der Kongress für Weltevangelisation war dadurch besonders, dass etwa ein Drittel Frauen waren bzw. war dieser Anteil vorgeschrieben – sonst nicht üblich bei kirchlichen Führungs-Kongressen. Und es gab einen ähnlich hohen Anteil an "Younger Leaders". Die Lausanner Leitung mit dem Vorsitzenden Douglas Birdsall (USA) hatte mithilfe ihrer Gremien einen Schlüssel für die Länderbeteiligung und auch die altersmäßige Verteilung der teilnehmenden Leiterinnen und Leiter festgelegt. Etwa Tausend von ihnen waren nationale kirchliche Leiter, darunter nicht wenige afro-anglikanische Bischöfe.
Die deutsche Delegation
Ich war eingeladen, Teil der offiziellen 90-köpfigen deutschen Delegation zu sein, überwiegend Leiterinnen und Leitern aus den Landeskirchen und deren missionarischen Werken. Gern mit dabei sein wollten etwa 400 kirchliche Vertreter. Aus 200 Personen, die sich konkret beworben hatten, wurden dann die tatsächlichen Delegierten ausgewählt. Ich war die einzige aus dem freikirchlichen pfingstlich-charismatischen Bereich, ausgewählt und eingeladen aufgrund meiner Tätigkeit im Bereich der Frauenarbeit in Deutschland und Europa. Aus den Ländern der südlichen Hemisphäre überwogen allerdings die Delegierten aus Pfingstbewegungen, stellen sie doch dort – ganz im Gegensatz zu Europa – den überwiegenden Teil der missionarischen Szene.
Vision Billy Grahams
1974 hatte Billy Graham die missionarisch gesinnten Christen der Welt erstmals nach Lausanne/Schweiz eingeladen. Seine Vision: Wie kann angesichts des noch nicht erfüllten Auftrags Jesu, "das ganze Evangelium der ganzen Welt durch die ganze Gemeinde" weitergegeben werden? Dazu sollten nationale Initiativen gegründet werden. In Deutschland war es damit erst 1985 soweit. Der II. Lausanner Kongress 1989 in Manila sollte konkrete Zusammenarbeit hinsichtlich Evangelisation innerhalb der evangelikalen Christenheit fördern. Redner wie Jack Hayford und John Wimber machten es einigen der damaligen 180 deutschen Delegierten allerdings nicht leicht. Es wurde mit den überkonfessionellen ProChrist-Evangelisationen begonnen (1991) und – auch als Konsequenz des "Manifestes von Manila" – endlich zwischen der Deutschen Evangelischen Allianz und dem Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (1996) mit einer gemeinsamen Erklärung ein neues Kapitel der Zusammenarbeit aufgeschlagen, nach vielen Jahrzehnten von Ab- und Ausgrenzung.
Inspirieren – stärken – ausrüsten
In den drei Jahren vor Lausanne III in Kapstadt haben die Leiter dieses Netzwerkes versucht herauszufinden, worin die größten Herausforderungen der Gemeinde Jesu im kommenden Jahrzehnt bestehen würden. Sechs Bereiche, die in allen Regionen der Erde ähnlich sind, wurden herausgearbeitet. Nacheinander wurden diese dann täglich vormittags thematisiert, im Zusammenhang mit dem kapitelweisen Studium des Epheser-Briefes. In den nachmittäglichen Seminaren und Dialog-Gruppen wurde vertieft, abends dann jeweils eine Region des Globus’ vorgestellt: Was hat die Christen dort zu ihrem Einsatz motiviert, welche Zeichen der Hoffnung konnten gesetzt werden, welche Veränderungen hat Gott gewirkt, weil Menschen gemäß seinen Verheißungen Menschen und Situationen im Namen Jesu und in der Kraft des Heiligen Geistes gedient haben?
Viele beeindruckende Beispiele gab es, präsentiert mit dem jeweiligen regionalem Flair! Als Südamerika und Afrika abends im Programm beteiligt waren, gerieten die Kongressteilnehmer richtig in Bewegung. Mit Reigen als Ausdruck der Freude bewegten sich viele, wenn dazu Platz vorhanden war, durch die Halle. Es war schon etwas eng, denn die Halle war ausschließlich mit Sechsertischen gefüllt.
Eine der genialen Ideen für diesen Kongress war, die Teilnehmer an Tischen gleich morgens gemeinsam in Gottes Wort – im Epheserbrief – "graben" zu lassen. Die Kongress-Organisatoren hatten international und konfessionell durchmischte Gruppen mit einem ähnlichen Dienst zusammengestellt. An meinem Tisch kam es nicht ganz so hin, wir waren vier Europäer und alle außer mir in Osteuropa beheimatet: in Kroatien, Rumänien und Slowenien. Ein weiterer Bruder war Südafrikaner und der Sechste unserer Gruppe Amerikaner, allerdings lebt und arbeitet er seit 25 Jahren mit seiner Familie als Missionar der Assemblies of God in Thailand.
"Die Bibel feiern" – so waren die 90 Minuten Bibelarbeit zu Tagesbeginn im Programm überschrieben. Die gemeinsame Bibellese geschah nach der Methode des induktiven Bibelstudiums. Sie war eine enorme Bereicherung, zumal noch eine kompetente Auslegung von der Bühne her die gemeinsame Textauslegung ergänzte. Entsprechend den Schwerpunkten in diesem Paulus-Brief aus dem Gefängnis an die Epheser, hatten die darauf folgenden Plenumsbeiträge jeweils folgende Überschriften:
Tag 2: Versöhnung ... in jede Zerbrochenheit hinein (Epheser 2)
Tag 3: Weltreligionen: Allen die Liebe Christi bringen. (Epheser 3)
Tag 4: Prioritäten: Was ist Gottes Wille im 21. Jahrhundert? (Epheser 4 Teil 1)
Tag 5: Integrität: Demütig und einfach leben. (Epheser 4 Teil 2 bis Epheser 6 Teil 1)
Tag 6: Partnerschaft: "Wir brauchen einander!" (Epheser 6, 10-24)
Passende kurze Theater-Szenen verdeutlichten immer wieder den Zusammenhang von Gottes Wort und praktischer Umsetzung. Vieles, was Gott in der Region gewirkt hat, war filmisch dokumentiert worden, so dass diese Einspielungen die persönlichen Berichte ergänzten. Die bewegenden Zeugnisse von Persönlichkeiten auf der Bühne waren jedoch überaus beeindruckend, zeigten sie doch die Kraft des Evangeliums durch hingegebene Menschen.
1. Die Wahrheit des Evangeliums in einer pluralistischen Welt
Die Statements der Bibelausleger sind eindeutig: Das Wort der Wahrheit muss verkündigt werden, dringender denn je angesichts des religiösen Pluralismus’. Es war noch nie beliebt gewesen, aber es geht um die ewige Verlorenheit des Menschen und die Notwendigkeit seiner Errettung. Nur die Wahrheit in der Person Jesu Christi hat die Kraft zur Transfomierung.
Prof. Dr. Michael Herbst von der Theologischen Universität Greifswald, mit Elke Werner am Freitag die beiden einzigen deutschen Redner in Kapstadt, berichtete unter dieser Überschrift, wie im post-sozialistischen Osten Deutschlands Zeugen dieser einzigen und dort meist unbekannten Wahrheit vorgehen: in der Nachbarschaft und mit Freundlichkeit sind sie Zeugen der ewigen Wahrheit.
Eindrucksvoll der Asien-Abend. Was für Unterschiede: Südkorea, wo die Gemeinde Jesu in 50 Jahren von wenigen Christen auf heute 10 Millionen angewachsen ist. Demgegenüber das Zeugnis einer 18-jährigen Nordkoreanerin; ihr Vater fällt als hoher Militär beim Diktator in Ungnade und wird mit Familie nach China ausgewiesen. Dort bekehren sich alle zu Jesus Christus. Die Mutter stirbt, der Vater geht zurück nach Nordkorea, um seinen Landsleuten das Evangelium weiterzugeben. Nach acht Jahren Arbeitslager kehrt er zurück nach China, verlässt es jedoch wieder, um seinen Landsleuten wieder mit dem Evangelium zu dienen. Die heute 18-Jährige hat ihren Vater nie wieder gesehen und lebt nun in den USA, beginnt Friedens-Diplomatie zu studieren, um auch wie ihr Vater, nach Nordkorea zurückkehren zu können.
2. Das Wort der Versöhnung ... in jede Zerbrochenheit hinein
Die Gemeinde Jesu soll nach Gottes Willen die Aufgabe der Versöhnung in allen Auseinandersetzungen dieser Welt einnehmen, hat sie doch das gewaltigste, was es gibt, erlebt: Versöhnung zwischen Mensch und Gott.
Wenn es um die Umsetzung zwischen Mensch und Mensch geht, dann gibt es hier noch viel zu tun. Aber Versöhnung greift, wenn auch noch in geringem Maß, zwischen Juden und Palästinensern: 1994 nach dem unfassbar grausamen Genozid von Millionen von Menschen in dem ethnischen Konflikt zwischen Hutsis und Tutsis, Versöhnungsarbeit der Christen bewahrte Ruanda vor der Islamisierung; in Indien unter den 250 Millionen Daliths, Menschen der untersten Kaste, die scharenweise in die Gemeinde Jesu kommen. Für die 27 Millionen Menschen weltweit, die versklavt leben müssen, braucht es noch viele, die solch einen Dienst der Versöhnung bringen. Zu all diesen Aspekten gab es eindrucksvolle Beispiele, überbracht von Geschwistern, die an den benannten Versöhnungs- und Heilungsprozessen direkt beteiligt waren und noch sind.
3. Weltreligionen: Allen die Liebe Christi bringen.
Dr. John Piper stellte in seiner Bibelarbeit heraus, dass Gottes Wirken sich auf alle kosmischen Mächte bezieht. Auch in den verschiedenen Religionen, die im Westen zunehmend Furore machen. Aber wie kann das Evangelium so präsentiert werden, dass in dem jeweiligen Umfeld verstanden wird und wirksam wird?
Vorn steht eine 62-jährige Inderin, die sich und ihre Gemeinde als Kinder Ismaels bezeichnet. Ihre Pfingstgemeinde im muslimischen Teil Haiderabads/Indien, die als "Moschee Jesu" firmiert, bietet christliche Gottesdienste an. Sie und ihr Bruder haben bereits über 30 Männer und Frauen getauft, alles ehemalige Muslime. "Gott liebt Muslime" sagt sie und erzählt, wie sie und ihre Familie in streng muslimischer Umgebung zum Glauben an Jesus gefunden haben, über Visionen, Heilungen und Gottes Wort. Gemäß Gottes Führung bauen sie - kontextbezogen - Gemeinde Jesu.
Die wachsende Herausforderung durch Großstädte und Migration kommt zur Sprache. Auch hier wieder eindrucksvolle Beispiele, wie Menschen eine ganze Stadt mit der ganzen Gemeinde Jesu dieser Stadt gemeinsam mit dem Evangelium durchdringen können (Buenos Aires/Argentinien). Migration – eine zunehmende Herausforderung. 200 Millionen sond inzwischen in anderen Ländern unterwegs. Ihre Zahl wird sich in den nächsten Jahren verdoppeln.
4. Prioritäten: Was ist Gottes Wille im 21. Jahrhundert?
Die erste Hälfte von Epheser 4 ist die Grundlage der Bibelarbeit am Freitag. Einheit geschieht im Geist und nicht strukturell. Doktrinen bringen nicht zusammen, allein Liebe. Alle Gaben an die Gemeinde müssen eingesetzt werden, sichtbare und unsichtbare. Ihre Ausrichtung ist immer Dienst und um die Welt mit dem Evangelium zu erreichen.
Unerreichte Volksgruppen sind eine Herausforderung an die Gemeinde Jesu. Listen werden ausgeteilt und die Delegierten sollen sich verpflichten, in ihren jeweiligen Ländern oder auch weltweit für sie zu beten, auf sie aufmerksam zu machen, geistlich zu adoptieren und Menschen zu ihnen auszusenden. Diese Listen sind teilweise leider nicht korrekt. Ich bin wieder berührt von der Herausforderung der Millionen türkischer Migranten in unserem Land. Aber es gibt mehr Unerreichte: über drei Milliarden Buddhisten und Muslime sind zum überwiegenden Teil noch nicht mit dem Evangelium erreicht. Sie brauchen einen Zugang zum Wort Gottes. Die weltweit 18 Millionen Waisen und viele andere Gruppierungen sind ein Auftrag für die Gemeinde Jesu! Miteinbezogen werden muss, dass die Hälfte der Weltbevölkerung inzwischen unter 25 Jahren ist und im Durchschnitt Menschen zum Glauben an Jesus kommen, wenn sie 18 Jahre alt sind. Wie spiegelt sich das in unserem Gemeindeleben wieder? Initiativen, Kinder zu erreichen, werden dargestellt.
5. Integrität: Demütig und einfach leben.
Christentum muss glaubwürdig gelebt werden! Gemäß Epheser 5 geht es um ein reines Leben im Licht Gottes. Chris Wright sprach über Integrität als äußerst wichtiges Thema. Er und weitere Redner benennen ganz klar das Versagen und somit Hindernisse in der Ausbreitung des Evangeliums: Macht und Stolz, Manipulation, die Gefahr des Strebens nach Popularität und Erfolg, Wohlstand und Habsucht, Verdrehung der Schrift zum eigenen Vorteil. Es fallen klare Worte, insbesondere über den Irrweg der Proklamation eines Wohlstandsevangeliums, wie vor allem in Afrika, denn: Die ganze Gemeinde Jesu gerät in Misskredit und verliert an Glaubwürdigkeit, wenn christliche Leiter in diesen Bereichen versagen. Elke Werner, Leiterin des Frauenzweiges der Lausanner Bewegung weltweit, spricht in ihrem kurzen Statement an, dass Männer und Frauen nach dem Bild Gottes geschaffen sind und beide gemeinsam berufen sind, sich die Erde untertan zu machen. Die große Aufgabe, die Welt mit dem Evangelium zu erreichen, kann nur durch Männer und Frauen gemeinsam geschehen. In der Gemeinde Jesu gälte gegenseitige Unterordnung und Gaben, wie auch die der Leitung, werden vom Schöpfer verliehen, sowohl Männer als auch Frauen können sie geschenkt bekommen haben, zum Dienst und nicht zum Herrschen.
Am Abend gab es eine bewegende Gebetszeit, während der die Kongressteilnehmer auf die Knie gingen, um für die Gemeinde Jesu weltweit zu beten, insbesondere die verfolgten Geschwister, um persönlich Buße zu tun und auch, um Gottes Stimme zu hören für andere oder neue Sendung.
6. Partnerschaft: "Wir brauchen einander!"
Der letzte Kongresstag stand unter dem Thema des geistlichen Kampfes, für den Gott den Gläubigen die Ausrüstung gegeben hat (Epheser 6, 10 ff). Es ist ja letztlich kein Kampf gegen "Fleisch und Blut, sondern gegen die "Herrschaften, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, gegen die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Regionen", Epheser 6,12.
Und: Christen sind mehr denn je aufgerufen, füreinander einzustehen, Partnerschaften zu bilden, damit das Evangelium "von überall überall hin" gelangen kann. Mission gehe heute nicht mehr vom Westen aus, durch die Globalisierung kann von jedem Land aus Mission geschehen. Und: Bibelverbreitung, wo das nicht möglich, das Erzählen der zentralen Geschichten der Bibel, sei der Auftrag der Gemeinde Jesu, das ihr allein vorbehalten sei. Wenn sie es nicht tue, wer dann?
Um der Einheit in Christus und der Mission willen sollte exklusives Vorgehen aufhören und Einheit gesucht werden, auch wenn es dafür einen Preis zu zahlen gäbe. David Ruiz aus Guatemala bezeichnete Mangel an Einheit unter Christen als Mangel an geistlicher Reife! Einheit und Demut gehörten immer zusammen und seien eine gewaltige geistliche Waffe. Gott führe sein Rettungshandeln durch seine Gemeinde durch, seine "neue Gesellschaft", die versöhnt mit Gott und untereinander lebe.
Wieder gab es eindrückliche Beispiele über Gottes machtvolles Wirken, dort, wo man es nicht vermutet, wie beispielsweise in den nordafrikanischen Ländern. Eines davon aus Kairo: Christen, deren Los es ist, durch Verwertung von Müll zu leben und deshalb in direkter Nachbarschaft davon zu hausen, ohne Elektrizität und fließend Wasser, bis sie sich selber so unwert wie Müll fühlten. Nach einer Generation gibt es hier eine gewaltige Veränderung, begonnen von einem "unbedeutenden" Menschen, der einem der Müllhaldenbewohner weitergab, dass Jesus ihn liebe und er wertvoll sei. Und einem Amerikaner, der dafür betete. Erste Gottesdienste begannen in der orthodoxen Kirche in der Nähe. Heute gibt es hier die Höhlenkirchen (in Felsen gehauene Räume), die größte fasst 20.000 Sitzplätze. Diese Müllmenschen, nun wertvolle Steine in Gottes Hand, haben eigene Infrastrukturen geschaffen, leben immer noch von dem Müll, aus dem sie aber etwas Wertvolles, Lebensunterstützendes schaffen. Z. B. gibt es ein Zentrum für Behinderte, die in diesem Land nicht gefördert werden. Alles ein Zeichen der Kraft des Wortes Gottes und des Heiligen Geistes.
Der Appell des Kongresses ging in Richtung Nachhaltigkeit. Alle Teilnehmer wurden aufgefordert, sich für Partnerschaft in ihren Ländern zu entscheiden, von den Fehlern der Vergangenheit zu lernen, Arroganz und Selbstmitleid als Hinderungsgründe der gemeinsamen Ausbreitung des Evangeliums hinter sich zu lassen, sich in Freundschaft in den Ländern miteinander zu verbinden. Partnerschaft sei die Zukunft der Gemeinde Jesu und eines kraftvollen Wirkens angesichts der menschlich unmöglichen Herausforderung der Erfüllung des Missionsauftrages Jesu. Es beginne vor Ort, in den Häusern der Christen, die wir für Menschen öffnen müssten.
Die Koalition für Evangelisation in Deutschland – Lausanner Bewegung hat diesen Appell auf ihre Agenda gesetzt und wird in den Wochen und Monaten nach dem Kongress darüber beraten.
Lindsay Brown, internationaler Direktor der Lausanner Bewegung, endete seine Schlussansprache mit den Worten John Wesleys: Wenn du von Christus Zeugnis geben willst mit Gottes Hilfe: "Tu all das Gute, was du kannst, mit allen Mittel, die du hast, auf alle Arten, die möglich sind, überall dort, wo du bist, zu jedem Zeitpunkt, der sich dir bietet, für alle Menschen, denen du begegnest und so lange du irgendwie kannst."
Hannelore Illgen
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