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BuKo 2011

Impuls-Predigten zum Thema "Heiliger Geist – Erbe und Auftrag"

Eine italienische und norddeutsche Begegnung

 
Willingen, 27.09.2011, zweiter Konferenztag der 116. BFP Bundeskonferenz, 9.00 Uhr: "Heute hören und erleben wir zwei Impuls-Predigten, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten", stimmt Tagungsleiter Gerhard Kirschenmann die Konferenzteilnehmer auf die zwei Referate von den Pastoren Andreas Sommer und Graziano Gangi ein. Die Zuhörerschaft lacht und ist gespannt auf die beiden ihnen bekannten, aber so verschiedenen Persönlichkeiten, die auf ihre eigene Art das Thema "Heiliger Geist – Erbe und Auftrag" beleuchten.
 
Pastor Andreas Sommer"Wenn man Graziano an Händen und Füßen fesselt, ist er sprachlos. Und wer bei mir als Nordlicht auch nur die Andeutung eines Nickens entdeckt, kann es schon als begeisterte Zustimmung deuten", beginnt Pastor Andreas Sommer und der Saal lacht wieder. Das kann ja heiter werden.
 
Er erinnert sich zurück an seine Kindheit, die er wohlbehütet in einer Pfingstgemeinde verbracht hat. "Eines ist mir seit meinen Kindertagen ganz tief im Herzen verhaftet: Das Wissen, Gott ist da und Gott ist gegenwärtig." 

Was ist unser Erbe? 

Provokant fragt er in die Pastorenschaft hinein, was denn Wohl das Erbe der Pfingstler sei. "Wir wissen, dass Gott sich in der Person des Heiligen Geistes mitten unter uns bewegt. Dieses Wissen lässt sich nicht studieren, nicht erlernen und auch nicht vermitteln." Ein Wissen also, dass zur Gewissheit wird. Pastor Sommer stellt klar, dass es ihm nicht um die Gaben und die Kraftwirkungen des Heiligen Geistes ginge. Er meine eine andere Dimension: "Wir müssen der nachwachsenden Generation unsere Quellen zeigen und zwar an den Orten, wo unsere Väter schon getrunken haben." Und diese Quelle sei die Fähigkeit, auf Gott warten zu können, ohne selbst etwas erzeugen zu müssen.
 
Erstaunen macht sich breit auf den Gesichtern der Zuhörerschaft, hat doch fast jeder der Anwesenden bereits mehrmals selbst über das Thema Heiliger Geist gepredigt. Doch auf diesen Aspekt waren einige nicht gefasst. Nun sind alle Ohr: "Das Pfingstereignis ließ auf sich warten", berichtet Andreas Sommer und erinnert an die Aufforderung Jesu an seine Jünger: Ich aber werde den Geist, den mein Vater versprochen hat, zu euch herabsenden. Wartet hier in der Stadt, bis das eintritt und ihr mit der Kraft von oben gestärkt werdet (Lukas 24,49). Gegoogelt habe er nach Angeboten christlicher Seminare, sagt er, und dabei viel über Geistesgaben, Zungenreden und Weissagungen gefunden, doch eine Konferenz über das Wartenlernen habe er nicht entdeckt. "Herr gib uns, dass wir mal keine Animation brauchen und kein Entertainment von der Bühne, sondern einfach auf dich warten können, wie unsere Väter, in dem Erwarten deiner Gegenwart mitten unter uns." 

Der Auftrag 

Und der Auftrag: "Wir sollen der Welt die Hoffnung, die wir durch Christus haben, verkündigen", sagt er und erinnert an den Befehl Jesu, zuerst auf die Kraft des Heiligen Geistes zu warten und dann erst hinauszugehen und zu verkündigen. Allerdings sei es wichtig nicht das, was man im Geist angefangen habe, im Fleisch zu beenden, mein Andreas Sommer und präzisiert: "Keine Managementtools werden uns weiterhelfen, wenn wir die Kraft des Heiligen Geistes in unserem Leben haben wollen." Wenn man sich bei der Gemeindearbeit auf ausgeklügelte Systeme und Strategien verlasse, komme man schnell an den Punkt der inneren Erschöpfung. Er zitiert Jesaja 40,30-31: Selbst junge Menschen ermüden und werden kraftlos, starke Männer stolpern und brechen zusammen. "Aber…" und plötzlich leuchten seine nordischen Augen auf und ein leichtes Nicken ist zu erkennen, was auf seine innere Begeisterung schließen lässt… "aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden." 

Öl des Geistes

Pastor Graziano GangiDie Pastorenschaft ist ermutigt und gespannt, welches Ausrufezeichen Graziano Gangi nun bei seiner Botschaft setzen wird. Mit seinem italienischen Charme erreicht er spätestens dann die Herzen der Zuhörer, als er von der italienischen Pasta erzählt, die erst richtig schmeckt, wenn sie "schön in Olivenöl noch einmal richtig kross angebraten wird. Ich möchte euer Wissen heute noch einmal so richtig schön in Öl, mit der Salbung Gottes, anbraten", spricht er weit gestikulierend und man kann die amüsante Bemerkung von Andreas Sommer zu Anfang des Gottesdienstes noch besser verstehen. 

Neu entfacht 

"Zungensprache ist das Kennzeichen der Taufe im Heiligen Geist und nichts anderes", meint er und will von der Pastorenschaft wissen, was man denn nun weitergeben und vererben solle. Pastor Gangi stellt fest, zu vererben sei die ZuhörerVerantwortung, die Menschen in Erfahrungen mit dem Heiligen Geist zu führen. Diese Verantwortung habe man als Pastor und Leiter für jedes einzelne Gemeindemitglied, für die Gemeinde als Ganzes und auch für sich selbst. "Wir können nicht erwarten, dass die Gemeinde voll Heiligen Geistes brennt, wenn wir selbst nicht brennen." Und mit dem Bibelzitat aus 2. Timotheus 1,6 ermutigt er die Teilnehmer: Aus diesem Grund erinnere ich dich daran, die Gnadengabe Gottes wieder anzufachen… "Einen Ofen facht man wieder an, wenn man die obere und auch die untere Luftklappe öffnet. "Deshalb sage ich euch: Macht die Klappe auf! Die obere Klappe bedeutet: habt Gemeinschaft mit Gott und empfangt von ihm. Die untere heißt: Gebt das weiter an die Menschen, was ihr empfangen habt. Dann wird der Ofen angefacht und brennt." Dabei leuchten seine Augen und seine Hände und Füße bleiben nicht still, während Andreas Sommer begeistert nickt.
 
Esther Dymel-Sohl

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