Spiegel: Entführer der christlichen Familie im Jemen wollen Lösegeld
Die Entführer der christlichen Familie aus Sachsen wollen zwei Millionen Dollar Lösegeld. Das schreibt das Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Die ARD hatte wenige Tage zuvor gemeldet, die im Jemen gehaltenen Geiseln könnten möglicherweise bald freikommen. Das erfuhr das ARD-Hauptstadtstudio aus Regierungskreisen. Demnach sagte Bundesaußenminister Guido Westerwelle nach einem Treffen mit Jemens Staatspräsident Ali Abdallah Saleh in Sanaa, die jemenitische Regierung verfüge über neue Informationen zum Aufenthaltsort der vor einem halben Jahr entführten Familie.
Auch die Evangelische Allianz bestätigte ein Lebenszeichen von den Entführten. Vorsitzender Jürgen Werth sagte: "Wir sind erleichtert, dass es ein erneutes Lebenszeichen der Familie Hentschel gibt. Sie helfen mit ihrer Ausbildung als Krankenpfleger verwundeten muslimischen Kämpfern, wie es der Vize-Ministerpräsident des Jemen am Donnerstag vor der Presse in Sanaa mitteilte. Sie pflegen jene Menschen, die ihnen Schlimmes angetan haben und durch die Geiselhaft weiter antun. Das ist eine Aufgabe, die Jesus Christus durch seinen Tod am Kreuz allen Christen aufgetragen hat, auch seine Feinde zu lieben und ihr Leben zu retten."
"Allianz-Gebetswoche" für die Entführten
Bereits Anfang Januar hatte die Deutsche Evangelische Allianz beschlossen, während der "Allianz-Gebetswoche" in besonderer Weise für die entführte Familie zu beten.
Die Familie aus Sachsen – ein Ingenieur, dessen Frau und die gemeinsamen drei Kinder (zwischen einem und fünf Jahre alt) – war am 12. Juni 2009 im Jemen verschleppt worden. Mit der Famile verschwanden ein britischer Ingenieur, zwei deutsche Krankenschwestern und eine koreanische Lehrerin. Die drei Frauen wurden später brutal ermordet. Die beiden deutschen Krankenschwestern kamen von der Bibelschule Brake in Lemgo. Sie waren für die Hilfsorganisation Worldwide Services als Praktikantinnen im Krankenhaus von Saada eingesetzt. Drei Monate wollten sie einfach helfen in einer Gegend, wo wenige freiwillig hin gehen.
Auch die fünfköpfige Familie aus Sachsen hat einen christlichen Hintergrund. Gemutmaßt wird, dass dies der Grund für die Entführung sei. Kurz vor Weihnachten 2009 hatte die "Bild"-Zeitung über ein Video berichtet, das der Bundesregierung vorliege und auf dem die drei Kinder der Familie aus Sachsen zu sehen seien.
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