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"summer2go" 2009

Persönlicher Bericht von Knut Adler, Pastor und Jugendbildungsreferent des BFP-Landesjugendwerks Niedersachsen

 

(11.08.09) "Was wir erleben durften, war einzigartig," schreibt Pastor Werner Nachtigal aus Berlin, Initiator der Initiative "summer2go 2009" rückblickend. Insgesamt waren 545 Menschen zum Glauben gekommen (laut der ausgefüllten sogenannten VIP-Kärtchen, weil sie mit Gemeinden in Kontakt kommen wollten), eine ganze Reihe von Menschen wurden geheilt.
Da Stephan Gängel und ich verantwortlich für die Ost-Tour mit 103 Teilnehmern waren, möchte ich meine Eindrücke über die Einsätze in Chemnitz, Dresden, Leipzig und Zwickau weitergeben. Die Geschwister in diesen Städten haben sich teilweise nicht nur als brilliante Gastgeber, sondern auch als hervorragende Organisatoren der einzelnen Einsatzorte und als spendable Mitfinanzierer unserer Tour herausgestellt. Oft ist mir der Aussendungsbefehl Jesu an seine Jünger: "Wenn ihr in eine Stadt kommt, dann esst, was sie euch vorsetzen..." neu ins Bewusstsein gerückt.

Beispiel Zwickau

In Zwickau wurden an einem Nachmittag 50 Teilnehmer in kleinen Teams in von den dortigen Geschwistern in vorbereitete Einsatzorte "entsandt", die dann vollkommen begeistert zurückkamen. Waren das die ausgesandten Jünger Jesus nicht auch?! Zwölf Entscheidungen in nur zwei Stunden in diesen Teams haben uns wirklich ermutigt, diese oft abgewertete "Auf-dem-Marktplatz-Bananenkisten-Evangelisation" auch nächstes Jahr wieder durchzuführen. Da diese Personen teilweise ihre Vip-Kärtchen ausgefüllt hatten, hoffen wir, dass die Nacharbeit in den entsprechenden Gemeinden auch in Richtung Jüngerschaft führt.
Vergessen werde ich auch nicht den Einsatz in der Table-Dance-Bar in Zwickau. Ich habe noch nie das Lied "Ich singe dir ein Liebeslied..." so inbrünstig gesungen wie in dieser Table-Dance-Bar. Wir hatten sehr gute Gespräche mit den dort anwesenden Damen. Hierbei bin ich beim Zentralpunkt unserer Tour: Wir haben gesät und geerntet, und es ist nun die Aufgabe der Gemeinden (soweit sie tatsächlich in die Tour eingebunden waren), dies zu vertiefen und fortzuführen und die eingeholte Ernte zu lagern und zu verarbeiten. Wir haben nur unseren Job gemacht, obwohl sich auch ein Punk auf der Tour bekehrte, von Stephan Gängel neu eingekleidet wurde, sich uns anschloss und nun von den Leipzigern weiterbetreut wird. Sein Zeugnis allein wäre Anlass, auf die Straße zu gehen...

An biblische Zeiten erinnert...

"summer2go"-Einsatz.So manches Gespräch im Osten war eher ein Säen als ein Ernten, aber bekanntlich kommt ja der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber aus dem Rhema, dem persönlichen Wort an den Angesprochenen, und so haben wir hier sehr, sehr viele sehr, sehr gute Gespräche gehabt. Doch wer spricht die Menschen auf der Straße an, wenn keiner ausgesandt wird, um diesem "Job" nachzugehen? Wenn keiner tatsächlich die Bananenkiste erklimmt und "predigt"! Kann allein durch einen guten Leumund der Gemeinden, auf den wir ja seit Jahren hinarbeiten, die ganze Ernte eingeholt werden? Schütten wir da das Kind nicht mit dem Bade aus, wenn wir Straßenevangelisation gegen Freundschaftsevangelisation ausspielen. Egal, was für eine Evangelisation, Hauptsache: Evangelisation. Für mich wird immer klarer: Reinhard Bonnke hat vollkommen recht in seinem Film "Verloren auf hoher See". Die Gemeinde Gottes ist kein gut restaurierter Ausflugsdampfer im sicheren Hafen, mit gut durchgeplanten, publikumswirksamen Showeinlagen, sondern ein Rettungsschiff auf hoher See, auf dem es auch bemannte Rettungsboote geben muss. Gemäß den Worten Jesu: "Ich sende euch wie Lämmer mitten unter die Wölfe."
Bedanken möchte ich mich aber ausdrücklich auch bei den Geschwistern aus Leipzig. Hier hatten sich mehrere Gemeinden unter der Leitung von Markus Holz zusammengetan, nicht nur den Einsatz in der City spitzenmäßig vorbereitet (die Zuhörer blieben teilweise stundenlang stehen, um den in ständiger, fließender Reihenfolge vorgetragenen Zeugnissen der jungen Teilnehmer, dem Lobpreis und den Botschaften zuzuhören), sondern auch der von Leipzig allein getragenen Gesamtlogistik. Allein das Essen an einem langen Tisch für uns 103 Teilnehmer, den Leipzigern und allen anwesenden Zuhörern an unserem Einsatzort mitten in der City hat mich sehr stark an biblische Zeiten erinnert. Wie wird es wohl zu Jesu Zeiten gewesen sein, wenn er mit seinen Jüngern in eine Stadt "einfiel"? Rundherum haben mich folgende Sachverhalte begeistert:
– Den Menschen auf der Straße wurde das Evanglium auf eine ihnen begreifbare Weise mitgeteilt.
– Viele, viele Menschen sind tatsächlich durch ganz viele, intensive und liebevoll geführte Einzelgespräche auf der Straße zum Glauben gekommen.
– Eine junge Generation hat erlebt, dass das Evangelium tatsächlich Kraft hat.
– Gemeinden haben zusammengearbeitet, um die Ernte einzuholen.

Persönlich

"summer2go" auf dem Potsdamer Platz in  Berlin.Ich habe mich 1979 bei einer Straßenevangelisation bekehrt, durch ein Missionsteam aus Italien. Meine Gemeinde hat die schwere Arbeit der Jüngerschaft für mich übernommen. Rettungsboot, Lazerettschiff und Ausbildungsdampfer. Nur so, glaube ich, wurde aus mir das, was ich jetzt bin. Vor fünf Jahren hat Gott mir während einer Pastorentagung mit Reinhard Bonnke in Kirchheim eine Vision für meine Tätigkeit als Jugendbildungsreferent des Landesjugendwerks des BFP Niedersachsen geschenkt: Ich sah ganz, ganz viele junge Menschen in die Weltmission gehen. Nach Norden, Osten, Süden und Westen. Bis an die Enden der Erde. Ich glaube, dass Gott mit unserer jungen Generation in Deutschland wieder Geschichte schreiben möchte, ich freue mich auf die große Teilnahme dieser Generation bei summer2go und freue mich auch auf die nächsten Jahre für Deutschland: Norden, Osten, Süden und Westen werden "beackert, besät und abgeerntet" werden, und ich glaube an eine große Zurüstung von Ackerern, Säern und Erntern aus Deutschland weltweit.

"Verschmachtete Schafe"

Zuguterletzt möchte ich Werner Nachtigal und seinem Team danken. Sie haben auf Gott gehört und führen unter vielen Widrigkeiten seit letzem Jahr summer2go durch. Ich habe  noch die vielen negativen Vorbehalte für die Tour 2008 in den Ohren. Als Jesus die Volksmenge sah, die wie verschmachtete Schafe ohne Hirten waren, jammerte es ihn... Für über 500 Menschen, die auf unserer Tour 2009 ihr Verschmachtsein beenden durften, braucht er nicht mehr zu jammern, höchstens vielleicht darüber, dass sie in den Gemeinden nicht die Weide finden werden, die er ihnen durch uns  in seinem Wort versprochen hat. Um es mit den Worten einer 76-jährigen Rentnerin zu sagen, die sich bei mir in Stuttgart "bekehrte", in einem katholischen Waisenhaus aufgewachsen war und berechtigte Angst vor menschlicher Willkür hatte: "Ich habe noch nie im Leben so viel Liebe von einem Menschen empfangen, wie von Ihnen hier jetzt auf der Straße." Und es war mit Sicherheit nicht meine Liebe, sondern die von Jesus. Allein sie ist der Schlüssel zu den Herzen der Menschen.

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