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Marmelade und andere Seelenspeise

von Esther Dymel-Sohl

 

Geschäftsführerin Barbara Wonneberger-Braun (2.v.l.) mit ihrem Team (Foto: Dymel-Sohl).Punkt 8.30 Uhr werden am 22.09.09 die Türen zum Anmeldebüro wieder geöffnet. Barbara Wonneberger-Braun (51) eilt herein. Seit dem 01.08.09 ist sie Geschäftsführerin des SeeParks in Kirchheim, in dem die 114. BFP-Bundeskonferenz stattfindet. In der Hand hat sie einen Korb Äpfel: "Die habe ich heute morgen noch schnell vom Baum gepflückt, damit Sie hier auch gesunde Nervennahrung bekommen", und spielt mit einem Zwinkern auf die Kekse an, die auf dem Tisch stehen.

 

Gute geistliche Nahrung

Glücklicherweise steht heute am zweiten Tag der Bundeskonferenz viel gute Nahrung auf dem Programm. Daniel Dallmann beschreibt in seiner Bibelarbeit, welche Lektionen ein Leiter in einer Gemeinde von Josua lernen kann. BFP-Präses Roman Siewert und Klaus Korhonen (Foto: Dymel-Sohl).Klaus Korhonen aus Helsinki fordert die Pastoren in dem anschließenden Impulsreferat auf, sich neu von Gott bevollmächtigen zu lassen: "Ich habe den Eindruck, dass viele von euch geistlich müde geworden sind. Gott will dich neu mit Freude und Autorität ausrüsten!" Auch die darauf folgenden Seminare sind geistliche Nahrung pur: Johannes Schneider erörtert die Frage, ob uns mit dem Heil auch Heilung versprochen ist, Jürgen Single zeigt die Chancen und Grenzen von kulturrelevantem Predigen auf, Friedhelm Holthuis will mit seinem Beitrag über Gemeindegründung zur Veränderung Deutschlands beitragen, Dietmar Schwabe und Dr. Michael Seifer beleuchten den seelsorgerlichen Auftrag in einer multioptionalen Gesellschaft, Andreas Timm erklärt den Leiter in der Veränderung und Ekkehard Kreuzritter betont, dass Christus ein Messias in Wort und Tat war und Evangelisation sich nicht nur auf Predigen beschränkt, sondern auch Taten mit einschließt, ohne den Anspruch zu haben "ein Glaubens-Modell-Athlet" zu werden.

 

Von der Animateurin zur Geschäftsführerin

Athletisch und voller Tatendrang war Barbara Wonneberger-Braun auch, als sie vor 30 Jahren begann, im SeePark Hotel als Animateurin zu arbeiten. Diese innere und äußere Spannkraft zog sich durch ihre gesamte Arbeitszeit hindurch. Nach kurzer Zeit schon zählten Rezeptionsarbeiten und viele Weiterbildungsmaßnahmen zu ihren Stationen, bis sie 2001 Hoteldirektorin wurde. Besonders in der vierjährigen Phase der Insolvenz bis 2005 zeigte sie große Willenskraft und Einsatz. Die Treue langjähriger, zufriedener Kunden halfen ihr dabei.

 

Barbara Wonneberger-Braun liegt das Wohl ihrer Gäste am Herzen. Täglich hält sie Rücksprache mit den Siebolds, um dafür zu sorgen, dass die Abläufe rund um die Tagung optimiert werden. Aus dem Ferienhotel der 80er und 90er Jahre ist mittlerweile ein Tagungsresort geworden. Seit 1996 veranstaltet der BFP seine Konferenzen und Tagungen hier im SeePark, der aufgrund seiner Autobahnnähe, der wunderschönen Lage am See, den vielzähligen Tagungsraumangeboten, der großen Halle und den günstigen Preiskonditionen optimal ist.

 

Lateinamerikanischer Lobpreis

 Zum Abendgottesdienst schallen lateinamerikanische Klänge durch die große Halle. Das Lobpreisteam der Latino-Gemeinde Nürnberg lassen die Pastoren hüpfen und springen, manche nur im Herzen und manche für alles sichtbar. Pastor Tobias Karcher beschreibt in seiner Predigt die Situation, in der Samuels Berufung geschah und zieht daraus die Schlüsse: "Wir müssen diese Gesellschaft verstehen und wir brauchen Gottes Reden. Holt den Samuel wieder ins Heiligtum. Wir brauchen Menschen, die Gott so hören, wie Samuel Gott gehört hat."

 

"Diese kirchlichen Tagungen sind mir die liebsten", erklärt Barbara Wonneberg-Braun. Ich bin immer wieder erstaunt, mit welcher Seelenruhe die Gäste den Tag angehen." Konferenzen von Unternehmern seien da anders. Die ständen den ganzen Tag unter Erfolgsdruck, meint sie. "Die BFP-Mitarbeiter unterscheiden sich wirklich von ihrem Anspruchsverhalten und bleiben auch noch geduldig und freundlich, wenn es mal nicht so klappt." Doch meistens klappt’s und das hat sich in kirchlichen Kreisen herumgesprochen. Mittlerweile zählen auch andere Kirchenverbände zu den Kunden und sichern damit 30 Prozent des Jahresumsatz des SeeParks.

 

Wenn sie einen Wunsch frei hätte, würde sie sich freuen, wenn manche Gäste der BFP-Tagung nicht nur für ein oder zwei Nächte anreisten, sondern vom Beginn bis zum Ende der Bundeskonferenz bleiben würden. "Das würde vieles im Ablauf vereinfachen."

 

Mitarbeiter des Konferenzbüros wollen von ihr wissen, wie sie trotz der widrigen Umstände und schweren Last, die so ein Insolvenzverfahren und auch das tägliche Geschäft mit sich bringen, immer einen kühlen Kopf und ein warmes Herz behält. "Ich jogge jeden Morgen, fotografiere gerne, arbeite im Garten, wenn es die Zeit mir erlaubt, und koche Marmelade ein." Sie habe eine positive Lebenseinstellung, könne sich selbst mit positiven Gedanken motivieren und besonders ihr gutes Miteinander mit ihren Mitarbeitern und Gästen gäben ihr Kraft für die täglichen Herausforderungen des Lebens. "Viele der Gäste fühlen sich hier schon zu Hause", sagt Frau Wonneberger-Braun und erzählt von persönlichen Freundschaften, die sie in all den Jahren zu Pastoren und Mitarbeitern aufgebaut hat.

 

Auch zu Thomas und Regina Siebold, die ihr aus eigenem Garten einen Korb voller saftiger Pfirsiche mitgebracht haben. Daraus wird sie sicherlich wieder Marmelade kochen.

 

 

 
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