70 Jahre funktionierender jüdischer Staat – die Vorgeschichte

Vor 70 Jahren, am 14. Mai 1948, rief David Ben Gurion in Tel-Aviv den Staat Israel aus. Damit wurde der Traum Theodor Herzls, Vater des modernen Zionismus’, den er 1896, gut 50 Jahre vorher, in seiner Programmschrift  „Der Judenstaat“ entwickelt hatte, verwirklicht.

Theodor Herzl

Herzl (1860-1904) wuchs in Österreich-Ungarn auf und studierte in Wien Jura. Während seiner Studienzeit erlebte der Antisemitismus in Europa neuen Aufschwung und führte zu zahlreichen Diskriminierungen von Juden. Nachdem Herzl zunächst mit dem Gedanken spielte, durch eine Massenkonversion junger Juden zum Christentum das Problem des Antisemitismus’ ein für allemal zu lösen, kam er schließlich zu der Überzeugung, dass die Juden nach wie vor ein eigenes Volk wären. Und ein Volk braucht ein eigenes Land! Die meisten europäischen Juden lehnten diesen Gedanken strikt ab, entweder aus religiösen Gründen (eine Heimführung ins Gelobte Land sei Aufgabe des Messias) oder weil sie eine weitgehende Assimilation befürworteten (wir sind Teil unserer Nation, auch wenn wir einen anderen Glauben haben).

1897 organisierte Herzl in Basel den ersten „Zionistischen Weltkongress“, um seinem Anliegen, der Schaffung eines eigenen Judenstaates, Nachdruck zu verleihen. 1898 nahm er an der Palästinareise Kaiser Wilhelms II. teil und diskutierte mit ihm und dem türkischen Sultan Abdülhamid II. über die Schaffung einer „Heimstätte für das jüdische Volk“ in Palästina, das damals noch zum Osmanischen Reich gehörte. Zwar wurden diese Pläne nicht umgesetzt, aber der Gedanke einer „Heimstätte für Juden“ in Palästina war auf die weltpolitische Tagesordnung gesetzt.

Heimstätte für das jüdische Volk

1917, mitten im 1. Weltkrieg griff der englische Außenminister Arthur Balfour diesen Gedanken wieder auf und versprach, den Juden diese Heimstätte zu schaffen, wenn der Krieg gegen Deutschland und dessen Verbündeten, das Osmanische Reich, gewonnen würde. Dieses aus kriegstaktischen Gründen gegebene Versprechen wurde nach dem 1. Weltkrieg dann aber nicht umgesetzt. Zwar zogen hunderttausende Juden in den 1920er und 1930er Jahren nach Palästina, das jetzt britisches Mandatsgebiet war, aber zu einer Staatsgründung oder einer vergleichbaren rechtlichen Form kam es nicht. Das lag vor allem daran, dass sich die ansässige arabische Bevölkerung selbst Hoffnungen auf einen eigenen Staat in Palästina machte, obwohl bereits mehrere arabische Staaten auf dem Gebiet des früheren osmanischen Reiches entstanden waren.

Mehrere Teilungspläne der Briten fanden keine Zustimmung der arabischen Seite und es kam zu wiederholten Aufständen gegen die britische Regierung, an denen sich nach dem 2. Weltkrieg auch jüdische Unabhängigkeitskämpfer beteiligten. Die Mandatsmacht England sah sich nicht mehr imstande, für einen friedlichen Ausgleich zu sorgen.

Die UNO versuchte 1947, mit einem Teilungsplan des Gebietes den Konflikt zu entschärfen. Als die Juden den Plan annahmen, die arabischen Bevölkerungsteile ihn dagegen ablehnten, zogen sich die Engländer aus dem Land zurück. Mit dem Wegfall der britischen Ordnungsmacht prallten die Fronten zwischen Juden und Arabern nun direkt aufeinander.

Wunder der Staatsgründung

Nur einen Tag nach der Ausrufung des Staates Israel kam es zum 1. jüdisch-arabischen Krieg, dem in der Folge weitere Auseinandersetzungen folgten. Dass der Staat Israel in dieser Lage überhaupt gegründet werden konnte und bis heute Bestand hat, ist ein Wunder für sich. Christen deuten diese Gründung nicht zu Unrecht als ein endzeitliches Ereignis von großer Bedeutung.

Dr. Bernhard Olpen

Zurück

Letzte Nachrichten

BFP-Magazin „GEISTbewegt!“ wird eingestellt

BFP-Magazin „GEISTbewegt!“ wird eingestellt Erzhausen (up/we) – Die Herausgabe der Zeitschrift „Geistbewegt!“ des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden KdöR (BFP) wird zum Jahresende 2018 eingestellt.  …


Weiterlesen …

„GEISTbewegt!“ im November: Gemeinde stärken

GEISTbewegt! 11/2018: Gemeinde stärken Dass dies Herzensanliegen der Leiter im BFP ist, zeigt wieder die hohe Beteiligung an der 123. Bundeskonferenz: 1326 Teilnehmer – laut Auswertung von BFP-Generalsekretär …


Weiterlesen …

„GEISTbewegt!“ im Oktober - Starke Leiter – gestärkte Gemeinden

Gott ermutigt Josua (Josua 1,9), als Leiter stark und mutig zu sein und seine Aufgabe mit Mut und göttlichem Rückhalt auszuführen. Diese Haltung überträgt sich auf das ganze Volk Israel, das dann unter seiner Führung das verheißene Land in Besitz nehmen …


Weiterlesen …

Sie wollen noch mehr Nachrichten lesen? Hier geht es zu weiteren Artikeln und älteren Meldungen … Pfeil

Aktuelle Nachrichten einfach als RSS-Feed abonnieren:
https://feeds.feedburner.com/BFP-GEISTbewegt